Klimaneutral Auto fahren

Ich fahre ein ganz normales Auto. Zwar ein Kleinwagen (Golf) mit der kleinsten Motorisierung, aber trage mit meiner Nutzung zum Klimawandel bei. Jeder meiner jahrlich 20.000 gefahrene Kilometer führt zu Abgasen, die etwa 3,8 Tonnen Klimaschadigendes CO2 verursachen. Darüber bin ich mir bewusst kann aber derzeit weder auf das Auto komplett verzichten, noch gibt es eine ökologische Alternative.

Als finanzierbare Zwischenlösung neutralisiere ich meine Emissionen mit der klimabund-Plakette der Freiburger Firma Klimabund. Mit dem Erwerb dieser Plakette für mein Auto werden Klimaschutzprojekte unterstützt, die genau die Menge CO2, die mein Auto verursacht, an anderer Stelle neutralisieren. So z.B. ein Projekt zur Wiederaufforstung des Regenwalds, der C02 in der Atmosphare bindet oder Windkraftprojekte, die Kohlekraftwerke zur Energiegewinnung ersetzen. Die Idee dahinter ist die gleiche wie atmosfair für Flüge: Führe der Atmosphare nur so viel C02 zu, wie Du auch neutralisierst – allerdings auf Autos übertragen.

Darüber hinaus mache ich folgendes, um die von mir verursachten Klimaschaden möglichst gering zu halten:

  • Konsequent Tempo 120 (Auswirkung ca. 5% weniger CO2 – ohne Kosten und Aufwand, aber entspannteres Fahren)
  • Langstrecken (ab 100km) im Zug
  • So oft wie möglich Fahrgemeinschaften zur Arbeit
  • Innerstadtisch mit Fahrrad oder Öffentlichen

Was meint ihr dazu? Nur ein modernen Ablasshandel, der das LOHAS Gewissen beruhigt oder eine echte Alternative?

12 responses to “Klimaneutral Auto fahren”

  1. Krauterer

    Ist es denn die Automanie hierzulande jetzt schon so extrem, dass der Golf als Kleinwagen gilt? Selbst der Golf I (ein aktueller Polo ist größer!) wurde seinerzeit über den sog. Kleinwagen positioniert. Ohne Markenbrille nennt man das “Kompaktwagen”, bzw. “Golf-Klasse” bei den VW-Freaks.

  2. christoph

    Hallo Krauterer,
    danke für die Hinweise zur Bezeichnung von Fahrzeugklassen. Ich kenne mich mit Autos nicht wirklich aus und bitte um Nachsicht …

    Christoph

  3. Gernot H.

    Na ja, ich probiere gerade den totalen Autoverzicht (autofrei), wohne aber auch in der Stadt, kann also mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren.
    Es ist jedenfalls besser als gar nichts zu machen, doch würde es mich glücklicher machen, wenn das Geld in alternative (und wirklich klimaneutrale) Verkehrskonzepte investiert würde.

  4. Krauterer

    Das hat nix damit zu tun ob man sich mit Fahrzeugklassen auskennt sondern mit schlichter Wahrnehmungsfahigkeit. Du hast doch bestimmt Dein Auto schon einmal neben einem Polo, Panda o.a. geparkt und festgestellt, dass es da einen Unterschied beim umschlossenen Volumen im Vergleich zu Deinem Golf gibt. Wahrscheinlich gibt es sogar mehr kleinere und geringer motorisierte Modelle als solche die im Vergleich zum Golf grösser sind.
    Mit der gleichen Argumentationkette könnte ein S-Klasse Fahrer auch behaupten, dass sein Protzhobel ja auch “klein” ware und die 6liter Maschine der kleinste Motor.
    Die einzig legitime Frage in dem Zusammenhang ist ob es ökologisch sinnvoller ist den “alten” Wagen aufzubrauchen oder sich einen kleineren anzuschaffen. Das Feigenblatt der erkauften CO2 Neutralitat dient höchstens der persönlichen Gewissensberuhigung.

  5. Christian Lautner

    Ich finde die Idee super sein Fahrverhalten ökologischer zu gestalten in dem man auf der Autobahn Tempo 120 fahrt und ansonsten auf öffentliche Verkehrmittel umsteigt. Ich werde es beherzigen und danke Christoph für seine Tipps und Anregungen – er geht mit gutem Beispiel voran ;-)

    Auch ich spiele mit dem Gedanken mir so ein CO2 Zertifikat zuzulegen bzw. mal bei http://www.klimabund.de reinzuschauen. Obwohl es mich schon sehr an Ablassbriefe erinnert. Neulich gab es dazu auch in den Nachrichten einen Beitrag, dass das Geschaft mit den Zertifikaten an der Börse zur Zeit der Renner ist und sich viele Konzerne damit “freikaufen” und mit reinem Gewissen noch mehr CO2 in die Luft blasen – Geld für Zertifikate haben sie ja genug. Für den Einzelnen ist das wahrscheinlich alles Ansichtssache, aber ein CO2-Zertifikat (sollte klimabund.de seriös sein) inklusive Hinweisschild (für alle Passanten) am Autofenster ist immerhin besser als den Kopf in den Sand zu stecken.

    Darüber hinaus schaue ich mir auf PRO 7 Mo-Fr ab 19:00 Uhr die Sendung GALILEO an, da gibt es seit 18.06. bis zum Jahresende die Rubrik “Co2ntra”. Einfach mal reinschalten und lernen wie jeder mit einfachen Mitteln seinen persönlichen CO2 – Ausstoß reduzieren kann. Weitere Themen sind “Das Null-Energie-Haus”, “Der Energie-Spar-Coach” und “Der CO2-Stopp-Pimp” (Expertenteam pimpt in Langzeitreportagen Hauser, Wohnungen und Autos). Mehr Info unter: http://www.pro7.at/wissen/galileocontra/

    In diesem Sinne…

  6. Manuel

    Ich kann die Zwickmühle nachvollziehen, in der man da steckt. Geht uns genauso. Eigentlich sollte ein neues Auto mit Flexifuel her – aber, bislang gibt es da nur extrem-Verbraucher und die sind auch alle viel zu groß. Mit ein wenig Bauchschmerzen dann für einen sehr sparsamen Diesel entschieden… Neuwagen, versteht sich.

    CO2-Zertifikate sind in meinen Augen wirklich nur Ablasshandel! Nötig ist ein wirkliches Umdenken und vor allem reale Reduzierung. Nicht “reinblasen” und irgendwo ein Baumchen aufstellen. Das ist Augenwischerei ;-)

  7. Martin

    Ja, das ist wirklich ein lobenswwwerter Versuch.

    Ich selbst bin seit ein paar Monaten auf der Suche nach einem Alternativ-Auto, möglichst ohne Verbrennungsmotor.

    Bin dabei gescheitert, was Elektroautos betrifft. Es gibt so gut wie gar nichts, maximal Kleinstwagen, brauche aber einen Familienwagen, für 2-3 Kinder.

    Und bin auf den FlexiFuel von Ford gestoßen, eine wirklich gute Sache, bei uns gibt es aber noch keine E85-Tankstellen weit und breit, gerade eine einzige im ganzen Land 200 km entfernt. Soll aber kommen, aber wann? Warum nicht sofort?

    Auch der Toyota-Prius Hybrid ist nicht das, was ich mir vorstelle: Schließlich verbraucht der schon wieder Benzin, auch wenn es etwas weniger ist.

    Was mich schon interessieren würde:
    Ein Hybrid-Auto, das möglichst viel mit Elektroantrieb fahrt und für lange Strecken eben auch einen Benzinmotor eingebaut hat, der aber ausschließlich mit Bio-Ethanol betrieben wird, alos mit E100-Treibstoff.

    Das war doch schon jetzt machbar, man muss nur den Toyota Prius etwas in anderer Forum rausbringen.

    WANN KOMMT ES – MEIN TRAUMAUTO???
    http://oekoportal.diskutieren.info/

  8. ralphs

    Wegen des Wetters und weil manchmal auch die Bequemlichkeit siegte, hatten wir einmal eine Phase mit relativ vielen Kurzstrecken zwischen 2 und 5 km. Und der Verbrauch stieg in dieser Zeit auf 9,5 Liter pro 100 km. Verzichten wir auf diese Strecken, sind wir bei einem Vebrauch um die 6,5 Liter pro 100 km. Das sind 15 Liter weniger pro Tankfüllung (50 l). Bei den derzeitigen Dieslpreisen macht das um die 17 Euro Mehrausgabe. Das Einsparpotential an Geld und Schadstoffen ware riesig, wenn sich die Masse der Autoahrer Kurzstrecken abgewöhnen würde. Die Macht der Gewohnheit ist in diesem Fall neben der Gleichgültigkeit gegenüber Mitmensch und Natur wohl der größte Feind des Klimaschutzes.

  9. peter

    hallo,

    Konsequent Tempo 120

    schön, daß du das nicht in der innenstadt durchziehst. ;)

    ein neues auto verbaucht in der herstellung dermaßen viel energie und…, daß es umweltvertraglicher ist mit seinem alten weiterzufahren, bis es nur noch ein schrotthaufen ist.

    mein 13jahre altes wohnmobile hat abgaswerte, die laut tüv-prüfer selten ein neues modell unterbietet. trotsdem werde ich hier in berlin dank schadstoffplakette nicht in der innenstadt fahren dürfen. es gibt keine filternachrüstung und der schnellste weg zur freundin ist durch diese zone. also außenherum und noch mehr abgase in die welt pusten.

    deine plakettenaktion finde ich gut. :)
    lieben gruß peter

  10. deep blue

    sehr gute Alternative, nur leider noch nicht unterstützt von der Industrie, deswegen mal am besten eine Kaufabsicht unterschreiben:
    http://www.dassmileprinzip.de/

  11. Thomas

    Ich glaube, daß nur Zurückhaltung beim kauf von Neuwagen, die Industrie zum Umdenken bewegt. Denn ich bin der Überzeugung, daß hinsichtlich des Fahrzeuggewichts und der umweltschoneneden Motorisierung viel mehr, auch jetzt schon, möglich ware. Alles andere sind doch tropfen auf den heißen Stein. Die halbherzige Technik die momentan auf den Markt geschmissen wird ist das Geld nicht wert(den smart ausgenommen).

  12. Thomas

    Schaut doch mal bei http://www.loremo.com rein.
    Da seht ihr was jetzt schon möglich ware.

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