KarmaPeople Jens Heisterkamp

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1) Wie heiß Du, wo wohnst Du und wie alt bist Du?
Ich heiße Jens Heisterkamp, lebe in Frankfurt am Main und bin 50 Jahre alt.

2) Welches Tier hat Ähnlichkeit mit Dir und warum?
Ich habe Ähnlichkeit mit dem Hasen, weil ich mich gerne eingrabe und oft auch die diesem Tier sprichwörtlich zugeschriebene Angst habe; ich bin aber genauso sanft und niedlich wie dieses freundliche Tier und treibe mich ebenso wie dieses gern auf Feldern und saftig-grünen Wiesen herum.

3) Was bedeutet für Dich das Wort Verantwortung?

Verantwortung heißt für mich, so intensiv wie es geht vor dem Horizont zu leben, dass die gesamte Evolution des Kosmos nötig war, dass wir uns über so etwas wie Zukunft Gedanken machen können – und wir diese einmalige Chance nicht verspielen dürfen.

4) Beruflicher Werdegang / Aktuelle Tatigkeit / Projekte
Ich habe schon wahrend meines Studiums der Geschichte, Germanistik und Philosophie die Anthroposophie Rudolf Steiners kennengelernt, praktische Erfahrungen in der Heilpadagogik gesammelt, mit jungen Leuten über Gott und die Welt philosophiert und Gedanken zum Thema Bildung gemacht. Gleichzeitig habe ich mich als Autor mit der Zeit des 2. Weltkriegs befasst und für zeitgeschichtliche Themen interessiert. So kam ich schließlich als Redakteur zu der anthroposophischen Monatszeitschrift “info3” nach Frankfurt, wo ich seit 1995 lebe und arbeite. Hier arbeite ich an einer modernen Version der oft versteinerten Anthroposophie und mit Freunden anderer Richtungen an einem interspirituellen Dialog.

5) Was sind Deine inhaltlichen Kernthemen?
Als Publizist bewegt mich die neo-ökologische Welle der Gegenwart, zu der ich neben den Motiven ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit auch die spirituelle Dimension rechne – weniger schubladenmaßig ausgedrückt die Aktivitat immer größerer Kreise, Sinn aus anderem als materiellem Wohlstand, namlich einem reichen Innenleben und der Erfahrung überpersönlicher Mitmenschlichkeit zu gewinnen.

6) Wie und wann kam Dein Zugang zum Thema Nachhaltigkeit?
Über die zahlreichen Pionier-Projekte der Anthroposophie in dieser Richtung, die bereits Bio-Landbau, Öko-Unternehmen und ethische Banken betrieben, als das Wort “nachhaltig” noch gar nicht auf der Welt war.

7) Wenn Du einen Wunsch frei hattest, würdest Du …
… mit einer großen phantasievollen PR-Aktion auf das unglaubliche Maß an überflüssigem Larm und die Kostbarkeit der Stille in unserer Welt aufmerksam machen.

8) Dein Lebensmotto lautet …
… “Leben und leben lassen!”

2 responses to “KarmaPeople Jens Heisterkamp”

  1. Angelika Kung

    Hallo Jens Heisterkamp,
    mir hat Dein Beitrag gut gefallen. Auch ich versuche Leben über meine Körperlichkeit und körperliche Wahrnehmung umzusetzen.
    Gestolpert bin ich über Dein Motto, das auch jahrelang meins war.
    Vor 7 Jahren habe ich ein Geschaft für Öko-Mode aufgemacht und habe die Erfahrung gemacht, dass mich viele nicht leben lassen wollten und ich oft übers Ohr gehauen wurde. Mittlerweile ist mein Motto – leider nicht so kurz und pragnant – so gut wie möglich wahrnehmen und selbst gestalten. Für mich ist es ein Anliegen, Menschen, die zu mir ins Geschaft zu kommen als Person wahrzunehmen und mich mit Ihnen aktiv auseinanderzusetzen. Gerade diejenigen sind für mich echte GesprachspartnerInnen geworden, die mit dem Spruch: Ja, wer es sich leisten kann…” sich aus der Affaire ziehen wollen. Das Motto “leben und leben lassen”, machen oft die jenigen zum Leitspruch, die “jeden nach seiner Fasson glücklich werden” lassen wollen. Ich bin mittlerweile dann aktiv, wenn jemand mit mir in Kontakt tritt, auch oder gerade, wenn die Meinungen sehr unterschiedlich sind. Dann habe ich auch die Chance, jemanden für eine gute Sache zu gewinnen…

    Angelika Kung

  2. Jens Heisterkamp

    Liebe Angelika Kung,
    ich kann Ihre Vorbehalte und die Perspektive, aus der Sie schreiben, gut verstehen – womit wir schon beim Problem waren – bei meinem Problem namlich: ich habe für sehr vieles Verstandnis. In meinem “Beruf” kann ich das prima einsetzen, weil ich zum Beispiel fruchtbar mit Menschen kommunizieren kann, die jeweils miteinander “gar nicht können”. Ich kenne aber auch das von Ihnen dargestellte “Leiden” darunter, dass sich Menschen zu leicht aus der Verantwortung stehen, weil sie sich gar nicht die Mühe machen, z.B. ihren eigenen Standpunkt mal einen Moment beiseite zu lassen. Da denke ich dann auch manchmal: mehr eigene Position zeigen und darauf bestehen ware besser, und ich gestehe (siehe Hase) auch Menschen ein wenig zu beneiden, die das können. Kurz und gut – keiner kann aus seiner Haut – ich weiß keine letztgültige Lösung auf diesen Zwiespalt.

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