Die erste Battle hat angefangen auf netzwirken. In der earthrise society challenge 2008 werden Helpedia mit den Sozialhelden und ihrem Projekt ‘Pfandtastisch helfen’ um eure Stimmen, und damit um Verteilung von 5.000,00 EUR, “batteln”. Die Aktion lauft noch 19 Tage und 17 Minuten.
So funktioniert es:
- Projekte anschauen und Dir eine Meinung bilden
- Anmelden bei Netzwirken (dauert nur eine Minute)
- Abstimmen (ein Klick)
Ich persönlich habe mich für die Sozialhelden entschieden, weil ich Raul und Andreas persönlich gut kenne – Helpedia finde ich auch sehr spannend – habe aber nur eine Stimme, sorry Basti. Aktuell führt helpedia mit 52% der Stimmen – also sehr knapp … ich drücke weiter die Daumen.










Irgendwie habe ich nicht ganz verstanden, worin der Sinn liegt, wenn sich zwei “gute” Projekte “bekampfen” … das Geld könnte man ja auch so verteilen.
Hallo Reto,
vielen Dank für Deine Nachfrage.
Wenn ich (Jochen vom Team netzwirken) darf, würde ich gerne ein paar erklarende Worte abgeben.
Als erstes darf natürlich das Wort “battle” nicht falsch verstanden werden. Ich glaube das klingt viel zu kriegerisch, oder wie Du sagst kampferisch. Wir sprechen eher von einer challenge, also von einer Herausforderung und ein gegenseitiges Profitieren durch verschiedene Synergien von einander:
Für die Projekte ist es eine Möglichkeit Ihr Engagement über einen langeren Zeitraum darzustellen und neben dem Geld, was sie erringen können, in direkte Kommunikation mit der Öffentlichkeit zu kommen. Also auch Feedback, Kommentare, Anregungen und Kritik, was manchmal sogar besser ist als Geld. Und sie erhalten die Förderung nicht, weil sie um Spenden “betteln” müssen oder der Entscheidung irgendeines gesichtslosen Entscheiders in irgendeinem Eckbüro in Brüssel unterliegen, sondern erhalten die Förderung aus Respekt für ihre Leistungen (in der challenge und für ihr Engagement oder ihre Arbeit)durch die Entscheidung von Vielen. Darüber hinaus besteht durch die challenge die Möglichkeit das sich der Förderbetrag potenziell erhöht, da für den Netzwirker ja, neben der Abstimmung und des Kommentierens, die Möglichkeit besteht den Förderbetrag noch zu erhöhen.
Und einer unserer wichtigsten Grundgedanken ist, dass wir auch Menschen, die es sich nicht leisten können oder sozial eher schwach gestelt sind, es ermöglichen wollten, sich für “das Gute” zu engagieren. Mit netzwirken zahlt einfach nur die eigene Meinung und die eigene Stimme – mehr braucht es nicht.
Für den Förderer ist die challenge die Garantie zu wissen, dass sein Geld bestmöglichst verwendet wird, da er ja nicht nur den Ratschlag eines Einzelnen befolgt, sondern sehr viele nach Ihrer Meinung fragt. Gerade durch die Spendenskandale in der letzten Zeit, wo oftmals Spendengelder missbraucht worden sind, ist netzwirken so etwas wie ein “Spendensiegel” durch Viele. So können wir alle Zusammen Vertrauen bei vermögenden Förderen zurück gewinnen und Förderungen bei Menschen und Unternehmen generieren, die schon Abstand von Spenden genommen hatten. In den Gesprachen mit Förderen haben wir auch schon erfahren, dass die Anwendung von martwirtschaftlichen Prinzipien oftmals sehr gut dort ankommt, da Unternehmen sich ja auch einem Markt stellen und so das Prinzip von netzwirken dort vertraut ist.
Und noch mal zu dem “bekampfen”, oder, dass man sich ja für en Projekt entscheiden muss:
Vieleicht ist es eine kleine “Entzauberung” des “3ten Sektors”: Doch es ist ja so, dass man mit jeder Spende die man tatigt sowieso eine Entscheidung trifft. Zwar für den Einen für den man gespendet hat – aber auch gegen alle anderen Projekte die es so gibt. Wir machen mit netzwirken nichts anderes sichtbar und transparent, als was sowieso schon besteht – ein “Markt des Guten”. Auch wenn viele Organisationen sich den Anstrich des “Gutmenschentums” geben, habe ich noch nicht ein Projekt erlebt, was nicht zuerst sein Engagement gefördet haben wollte…
Vieleicht ist netzwirken noch gewöhungsbedürftig, da in Deutschland Charity immer so “Rein und Weiß” strahlen muss, doch wenn man mal genauer hinschaut ist das, was wir machen etwas (nach unserer Meinung) was langst überfallig ist: Transparenz, Leistung und Kommunikation.
Dies nur hier beantwortet. Vieleicht können unsere FAQ noch einige Fragen beantworten, die natürlicherweise über netzwirken entstehen: http://www.netzwirken.net/page/show/faq
Und am besten ist es, die Projekte selber einmal anzuhören. In der “challenge area” (http://www.netzwirken.net/challenge/show) findest Du rechts oben ein Video, wo sie auch einiges erzahlen, wie sie sich fühlen und was sie bewogen hat mitzumachen.
Noch einmal Danke für die Nachfrage – ich hoffe ich konnte Dir netzwirken schon ein Stück naher bringen und würde mich freuen, wenn auch Du nun ein wenig “wirken” möchtest…
Liebe Grüße von der Ruhr
Jochen
Stimmt, das könnte man. Allerdings macht man das nicht einfach so. In erster Linie machen wir da mit, weil wir es einen innovativen Ansatz finden um Aufmerksamkeit für die “Gute Sache” zu bekommen.
Für uns ist es kein “bekampfen” sondern eher eine Herausforderung. Die Jungs von Helpedia sind gute Freunde von uns denen wir jeden Euro vom Herzen gönnen und wir sind sicher, dass sie das gleiche über uns denken. Es kann nicht schaden, wenn man sich aber dennoch gegenseitig anspornt, das Beste aus sich rauszuholen.
Die Helpedia-Mannschaft und die SOZIALHELDEN arbeiten im Übrigen bereits schon an einem gemeinsamen Projekt zusammen. Mehr dazu 2009.
Kurze Anmerung zu Raul (nicht das ein falscher Eindruck entsteht): Es ist toll, dass sich in der ersten challenge die 2 Projekte schon kennen. Sie sind aber nicht von uns ausgesucht worden, sondern durch den Förderer, der Earthrise Society. In der zweiten challenge im Nov. zum Beispiel (die wir nun auch schon fest haben – mehr darüber bald in unserem Pow Wow Blog) kommen die beiden challenger Projekte aus total unterschiedlichen Ecken der Republick. De Projekte werden von den Förderern aus dem Projektkatalog ( http://www.netzwirken.net/project/overview ) ausgesucht, für den sich jedes tolle Projekt bewerben kann. Darum auch noch mal hier der Aufruf, netzwirken für eine chance für sich als Engagierte in den Projekten, für sich zu nutzen. Gemeinützigkeit ist keine Vorrausetzung.
@Jochen: danke für die Erlauterungen. Den PR-Effekt sehe ich natürlich auch. Und überhaupt entspricht so ein Format natürlich dem heutigen Zeitgeist. Viel Erfolg!
@ Reto
Grundsatzlich verstehe ich Deine “LOHAS-/Zeitgeist-Kritik” sehr gut – ich vetrete aber klar die Meinung, wir müssen die Leute dort abholen, wo sie stehen. Und wenn ich ehrlich auf unsere Gesellschaft blicke, möchte ich nicht die Augen davor verschließen, dass die meisten Menschen ihre Identitat aus Marken und hippen Vorbildern ziehen (über die Qualitat einer solchen Identitat möchte ich an der Stelle nicht diskutieren) sondern nur feststellen, dass die Welt heute nun mal so ist, wie sie ist mit all den dunklen Seiten.
Und hier setze ich an: Nachhaltigkeit muss cool werden, die Hippster (ich kenne auch die aus meiner sicht nur teilweise berechtigte Kritik von Adbusters daran) müssen als Vorbilder in den Prozess der Umgestaltung ihres Lebens einsteigen, damit andere ihnen folgen. So können wir das Thema in die breite Masse verbreiten. Ob das eine wirklich gute Startegie ist und ob die Zeit dafür reichen wird, werden wir sehen. Welche Alternativen bietest Du denn Reto der Masse (Heute leben 50% der Menschen in Stadten, 2020 werden es lt. UNO 75% sein)? Soll sich jeder in sein Biedermeier Haus aufs Land zurück ziehen und Selbstversorger werden?