Blog Action Day 2008 – Armut

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Heute dreht es sich bei den Bloggern, die am Blog Action Day 2008 mitmachen, in Ihren Beitragen alles um das Thema Armut. Ziel dieses internationalen Web 2.0 Events ist es, Gesprache in der Blogosphare zu einem bestimmten Thema anzuregen. Auch ich beteilige mich neben über 10.000 anderen Bloggern und widme mich nachfolgend dem Thema Armut.

Armut ist ein sehr komplexes internationales Problem und gerade in den Landern der sogenannten dritten Welt besonders ausgepragt. Ich möchte hier einige Gedanken aufschreiben, die durch das Buch “Die Armut besiegenvon Mohammed Yunus inspiriert sind. Yunus Gedanken sind für mich sehr pragend, auch der Name KarmaKonsum ist in Anlehnung an seine Idee der beseelten Wirtschaft, die er Karmakapitalismus nennt, entstanden.

Yunus, der auch als geistiger Vater von einer neuen Wirtschaftsform der Sozialunternehmen (oder Social Entrepreneurship) gilt, hat einen sehr prakmatischen Ansatz mit Armut umzugehen. Er kritisiert die internationale Entwicklungshilfepolitik der Almosen, die von weit weg entscheidet, was für die Menschen in der dritten Welt notwenig sei. So ist es aus unserer Perspektive durchaus verstandlich, dass wir denken, die armen Menschen müssten erst einmal Lesen und Schreiben lernen, damit sie aus der Armut raus kamen. Die Praxis zeigt aber, dass diese kostspieligen Alphapetisierungsmaßnahmen den Menschen haufig gar nichts bringen, weil sie zu wenige Anlasse haben, das Gelernte in ihrem Alltag anzuwenden.

Yunus geht einen ganz anderen Weg. Er schaut auf die Ressourcen des Individuums und unterstützt den Menschen darin, diese Qualitaten zu entwicklen und damit eine Wertschöpfung zu erzielen.

Ich möchte diesen Ansatz am Beispiel des Bettlers verdeutlichen: Was kann ein Bettler? Er geht von Haus zu Haus und bettelt. Das ist seine Welt, darin ist er gut. Was hindert den Bettler daran, auf diesem taglichen Weg ein paar sinnvolle Produkte mitzunehmen, die er zum Verkauf anbietet. Er besitzt kein Kapital, um Produkte zu finanzieren und auch keine Kreditwürdigkeit. Yunus Modell der Mikrokredite vertraut in genau diese Menschen und gibt ihnen einen kleinen Kredit. Der Bettler kauft damit also Prodkte und entwickelt so eine Wertschöpfung über seine Handelsspanne. Nach und nach kann er sich aus der Armut befreien. Irgendwann kommt er an einen Punkt, an dem er merkt, dass er ohne Lesen und Schreiben nicht weiter kommt. So hat er eine Motivation, dies zu lernen und hat auch konkrete Anlasse dieses Wissen anzuwenden. Die Schulung wird dann von den “Betreuern” des Bettlers über die Organisationen von Yunus gewahrleistet.

Ein wirklich schöner Ansatz wie ich finde. Noch dazu ein sehr erfolgreicher. Die Erfahrung zeigt, dass dieses Modell eine Rückzahlungsqoute von über 90% hat. Hallo ihr konventionellen Banker da draussen, mit solchen Ausfallsquoten gabe es die aktuelle Krise nicht!

2 responses to “Blog Action Day 2008 – Armut”

  1. Reto
  2. Andy

    Prima, da passt mein Beitrag genau dazu. Microbanking ist für uns vielleicht neu, aber eigentlich viel alter.

    http://www.energynet.de/2008/10/15/banken-mit-sozialem-auftrag-zur-armutsbekampfung/

    Ein wirklich interessantes Beispiel aus Kolumbien.

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