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Anna, unsere Co-Autorin, engagiert sich ja vorbildlich für das Thema Lohngerechtigkeit im Rahmen des Equal Pay Days, der morgen am 20.3.09 zum zweiten Mal in Deutschland stattfindet. Ursprünglich kommt die Idee für einen Equal Pay Day aus den USA, wo ihn die amerikanischen Business and Professional Women bereits Mitte der Neunziger Jahre etablierten. Auch dort steht das Thema Entgeltgleichheit – ähnlich wie jetzt in Deutschland – im Mittelpunkt zahlreicher Aktionen und Veranstaltungen.
Es ist erstaunlich und traurig, dass Frauen in Deutschland durchschnittlich 22 % – 23 % weniger als ihre männlichen Kollegen verdienen.
Eine Übersicht der deutschlandweiten Aktionen findest Du hier.
Auch in Frankfurt gibt es Aktionen u.a. vom Business and Professional Women-Germany (BPW), Club Frankfurt. Mal schauen, ob ich dort morgen mal vorbei gehen kann.
Mein Beitrag für morgen, für den ich noch Männer suche, die mitmachen:
Ich werde 23% meines (bescheidenen) durchschnittlichen Brutto-Tageseinkommens an ein Frauenprojekt spenden. Welches kommt da in Frage und welche Männer machen aus Solidarität mit (Bitte im Kommentarfeld melden!)









Die Idee finde ich toll, Christoph!!!
Ein interessantes Projekt ist mir neulich über den Weg gelaufen, kein direktes Frauenprojekt, sondern ein Projekt für Gleichberechtigung und “gegen Unterdrückung im Namen der Ehre”: http://www.heroes-net.de/
Die HEROES sind junge Männer mit Migrationshintergrund. Das finde ich revolutionär
Männer, das ist doch absurd! Auf diese Art “Schuld”-Management zu betreiben. Oder Ablasshandel. Ich habe selbst Frauen angestellt und anständig entlohnt. Ich habe nie verstanden, weshalb sie sich so billig anbieten. Das ist jetzt kein zynischer Witz, das ist mein Ernst. Jeder ist verantwortlich für die Wahl seines Jobs. Und für den Preis, den er dafür bereit ist zu zahlen. Ich bin mittlerweile selbstständig und das ist meine Wahl. Für mich die beste.
Hallo zusammen!
Danke Christoph, für deinen tollen Support! Solche Männer braucht das Land! Übrigens: Wir – also die Business and Professional Women Germany e.V. (www.bpw-germany.de) und damit die Initiatoren des deutschen Equal Pay Day – sind schon im zweiten Jahr der Equal Pay Day-Kampagne am Vorabend des Equal Pay Day auf S. 11 der heutigen Financial Times angelangt! Siehe auch http://www.ftd.de/politik/deutschland/489027.html oder http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/469109.
Hey Christoph,
gute Idee! Und auch gut, die Initiative zu unterstützen.
Ich hab den Equal Pay Day in Stuttgart zwar auch schon mit einer Spende unterstützt, aber würd mich auch Deiner Initiative anschließen.. Und ich finde auch nicht, dass das Ablasshandel ist. Jeder ist für seine Jobwahl verantwortlich (?), so weit so gut, lässt aber auch die Strukturen außer acht innerhalb der man (bzw. Frau) wählen kann. Und da sind auch die Arbeitgeber verantwortlich, Transparenz und Fairness herzustellen, gleiche Arbeit gleich zu entlohnen und gleiche Chancen zu ermöglichen- und da ist sicherlich noch was zu tun!
@ Maurice, ich gebe dir völlig Recht: Es gibt nach wie vor sehr viele Frauen, die sich schlecht bezahlen lassen. Denn auch das ist klar: frau wird nicht nur schlecht bezahlt. Sie lässt sich auch schlecht bezahlen. Dazu gehören immer zwei Seiten.
Das ist aber nur eine von vielen Ursachen für die lohnungerechte Situation – nicht nur in Deutschland, wenn auch hier besonders gravierend. Mehr dazu findest du unter http://www.equalpayday.de
Ich finde aber, dass Christophs Aktion einfach Symbolcharakter dahin gehend hat, dass moderne Männer gemeinsam mit Frauen das Thema Lohnungerechtigkeit angehen wollen. Übrigens gilt das auch umgekehrt: Wir von, BPW Germany, die den Equal Pay Day ins Leben gerufen haben, haben immer und explizit gesagt, das Thema geht alle an, denn es ist von volkswirtschaftlicher Bedeutung. Jeder und jede ist für sich verantwortlich aber wir leben nicht im luftleeren Raum, sondern innerhalb von gesellschaftlichen Strukturen, die Ausdruck eines bestimmten Rollenbildes sind. Dazu empfehle ich dir sehr den ZEIT-Artikel von Wolfgang Uchatius “Die Hausfrau im Kopf”, http://www.zeit.de/2008/11/Frauen-Verdienste.
Wenn es interessiert: Die TAZ titelt heute zwei Seiten zum Equal Pay Day, http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/die-verfassung-ernst-nehmen/.
Weitere Artikel: http://www.welt.de/welt_print/article3409562/Die-Gehaltsdifferenz-waechst.html;
Die “Mädchenmannschaft” bloggt auch eifrig dazu:
http://maedchenmannschaft.net/morgen-gehts-um-gleiche-lohne/ (Danke Susanne!) und verlinkt ja auch netterweise auf karmakonsum
Die meisten Männer geben doch eh den “Einkommensvorteil” (der auch auf der Berufswahl, der höheren Anzahl von Überstunden, der Fokusierung auf die Karriere und geringeren Lohnforderungen von Frauen beruht und niedriger ist als 20%) an Frauen weiter – nämlich ihre Ehefrauen, die die überwiegende Anzahl aller Konsumentscheidungen treffen. Zählt das auch?
„… Als neues Credo wurden Sätze von Friedrich Engels vom „Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates“ (1884) ins Feld des Geschlechterkampfes geführt, um zu beweisen, daß „der Umsturz des Mutterrechts die weltgeschichtliche Niederlage des weiblichen Geschlechts“ bewirkt habe und die Frau durch den Mann „entwürdigt, geknechtet, Sklavin seiner Lust und bloßes Werkzeug der Kinderzeugung“ geworden sei (Engels 1975).“ (Quelle : Befreiungsbewegung für Männer, Gruner/Kuhla, 2009, S. 68, Beitrag von Karin Jäckel).
Neueste Erkenntnisse belegen :
„Zusammenfassung
… Bei diesem durchschnittlichen Stundenlohn werden nicht etwa gleiche Tätigkeiten verglichen, sondern es wird für alle Arbeitnehmereinkommen von allen Männern und Frauen in Deutschland ein fiktiver Durchschnitt berechnet und verglichen. Dabei werden Faktoren, wie unterschiedliche Berufs- und Branchenwahl oder Erwerbsbiographien von Frauen und Männern nicht berücksichtigt.
Die Lohndifferenz ist deshalb – anders als teilweise in der Öffentlichkeit behauptet – kein Beleg für eine Diskriminierung. Sie beruht vielmehr auf vielfältigen, objektiv erklärbaren Sachverhalten, die Einfluß auf die Lohnhöhe haben. Wissenschaftliche Untersuchungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung haben inzwischen für mehr als 80% des Lohnunterschieds von Frauen und Männern (gender pay gap) solche sachlichen Gründe nachgewiesen.
Von den als durchschnittlichen Lohnunterschied festgestellten 23% bleibt lediglich ein „unerklärlicher Rest“ von 2-3%-Punkten bestehen. Auch dieser kann allerdings nicht pauschal mit Diskriminierung gleichgesetzt werden sondern beziffert alleine jenen Teil, dem bisher keine wissenschaftlich nachweisbaren Ursachen zugeordnet werden können. …“
(Quelle : Ursachen für Lohnunterschiede angehen, Positionspapier des BDA zur Entgeltungleichheit (Equal Pay) von Frauen und Männern, Januar 2009, S. 2)
“Statt der Gläsernen Decke sehe ich etwas ganz anderes: die warme Badewanne, in der Frauen sich so gerne tummeln. Traut sich eine heraus, steht sie plötzlich alleine und frierend da. Doch wer Karriere machen will, muss raus aus der wohligen Wanne! Meine Erfahrung: Viele Frauen wollen gar nicht in Führung gehen – mit allen Konsequenzen wie Verantwortung tragen, ungewisse Entscheidungen fällen, länger und mal am Wochenende arbeiten. Die Unannehmlichkeiten einer Karriere sind es vielen nicht wert.”
(Quelle : Zitat der Managerin des Jahres 2007, Christine Bortenlänger).
Empfehlenswert ist auch Susan Pinker, „Das Geschlechterparadox“, 2008.
Nachteilig ist jedoch, daß sachliche Ursachenforschung und wissenschaftliche Aufklärung nicht unbedingt zu weiblichem Beifall führen wird, weil es möglicherweise als subjektiv unbequem empfunden wird. Es ist also eine Frage der persönlichen männlichen Prioritätensetzung : Beifall oder männliches Selbstbewusstsein unabhängig von weiblicher Definitionsmacht kombiniert mit der Erwartung für eine selbständige, erwachsene Lebensführung und –entscheidung.