Noel hatte ja schon einmal über die isländische Unternehmerin Halla Tomasdottir und ihre Investmentfirma Audur Capital berichtet – vergangene Woche war nun ein kleines Porträt von ihr in der Financial Times zu finden.
Die Ökonomin setzt dabei mit ihrer Investmentfirma auf „langfristige ökologische und nachhaltige Projekte“, statt auf „schnelle Gewinne“. Der Autor Clemens Bomsdorf fasst das Unternehmensziel zusammen: Sie will „Rendite mit Ethik, nebenbei den Kapitalismus retten und sich für mehr Frauen in Wirtschaft und Politik einsetzen“.
Denn Halla Tomasdottir ist überzeugt: „Wenn wir so weiter wirtschaften wie bisher, ist unsere Erde in 20 bis 30 Jahren am Ende. Etwas mehr Weiblichkeit könnte das verhindern“.
Warum, das erklärt Halla auch. Sie ist der Meinung, dass Frauen verstehen möchten, was mit Ihrem Geld passiert und wenn sie es nicht verstehen – so ihre Erfahrung – wird nicht investiert. Kurz: Frauen „hinterfragen mehr und achten auf Werte.“ Ihr Ziel ist daher „Ein Kapitalismus mit weiblichem Antlitz.“
Ich denke, dass insgesamt gilt, dass immer mehr Menschen jetzt fragen: “Was passiert eigentlich mit meinem Geld?” Wir brauchen aus meiner Sicht wieder eine grundlegende Diskussion über die Gestaltung des Kapitalismus (Stichwort „soziale Marktwirtschaft“). Ansätze wie dieser von Halla Tomasdottir und ihren (auch männlichen Mitarbeitern!) sind wichtig und ein spannender Beitrag zu dieser Debatte, die als Ziel haben sollte, ganz praktische Antworten für ein nachhaltiges Wirtschaften zu finden: Antworten von Frauen und Männern gleichermaßen. Oder mit den Worten der Audur Capital-Gründerin:
„We need to redefine our definitions of success and aim for long-term sustainable success. We need more feminine values mixed in with the masculine values we already have so much of. We need more risk-awareness, straight talking and transparency as we must understand the risks we take. We need to care how we make a profit and have ethical and corporate principles to guide our behaviours. And we need more emotional capital in the world of finance. The real value in any company today is in its people and its culture.“
Der bekannte Ökonomie-Professor Joseph Stiglitz von der Columbia University wird in einem FTD-Beitrag wie folgt zitiert: Erst dieser kolossale Zusammenbruch habe den Fans des Kasinokapitalismus vor Augen geführt, “dass der Weg dieser Wirtschaftsordnung nicht mehr gangbar ist”.
Umso spannender übrigens, dass sich der Beitrag über die isländische Investmentfirma unter Financial Times „Agenda“ wieder findet – in der Tat ein Punkt für die Agenda: die „Agenda Zukunft“.














coole beitrag. thx.