Jetzt ist es geschafft: Sie ist in Druck!
Nachdem wir in den letzten Wochen mit Hochdruck an der Studie gearbeitet haben, habe ich dann gestern die Druckfreigabe gegeben. Und das freut mich.
Gemeinsam mit Sinus Sociovision geben wir passend zur KarmaKonsum Konferenz 2009 die qualitative Studie mit dem Titel “LOHAS: mehr als Green-Glamour. Eine soziokulturelle Segmentierung“ heraus.
Frau Müller-Friemauth von Sinus Sociovision wird die Ergebnisse auf der Konferenz vorstellen. Ich glaube, dass die Studie nicht nur einiges zur LOHAS Diskussion beitragen wird, sondern auch neue innovative Ansätze und Erkenntnisse über den komplexen gesunden und nachhaltigen Lebensstil liefert.
Wir haben die Mind-Sets der Nachhaltigkeitszielgruppen auf empirischer Basis nachgebildet und erkennen, dass die bisherige Sichtweise auf die sogenannten LOHAS deutlich zu kurz greift, woraus sich neue Konsequenzen im Umgang mit LOHAS und unserer Gesellschaft ergeben.
Das soziokulturelle Phänomen LOHAS wurde in der jüngeren Vergangenheit in der Medienberichterstattung primär unter dem Fokus „Moralischer Hedonismus“ oder „Green Glamour“ diskutiert. Diese Sichtweise ist jedoch für einen komplexen Lebensstil unserer Meinung nach viel zu eingeschränkt. Aus diesem Grund haben wir eine tiefergehende Segmentierung der verschiedenen LOHAS Typen vorgenommen.
Die in der Studie dargelegten unterschiedlichen Motivationslagen der LOHAS lassen konkrete Schlüsse bezüglich der kommenden Entwicklung von Nachhaltigkeitsorientierungen zu. So sind wir sicher, dass der Lebensstil der LOHAS deutlich pluralistischer wird und die Auswirkungen bis weit in die Mittelschicht hinein beobachtbar und wirksam sein werden.
Die 56-seitige Studie wird ab dem 19. Juni 09 auch über das Internet bestellbar sein. Hier kannst Du die Studie schon mal vorbestellen.














Darf man fragen, welche Rolle die Nachhaltigkeitsblogs beim Erstellen der Studie gespielt haben? Da werden sicher ja inspirative Diskussionen durchgeführt.
Aus umweltsoziologischer Sicht ist eine solche Studie höchst spannend – angesichts der Beteiligten und des Verkaufspreises klingt’s dann aber doch eher nach “reiner Marktforschung”. Schade!
Nachhaltigkeitsblogs spielen für uns eine enorm wichtige Rolle in unserer Realitätskonstruktion und auch für die Einordnung der Untersuchungsergebnisse. Klar. Die Grundlage der Studie ist eine representative und qualitative Bevölkerungsumfrage durch Sinus Sociovision.
@ Till: Die Studie basiert auf sozialwissenschaftlich fundierter Datenbasis. Wir haben ganz besonderen Wert darauf gelegt, die Forschungsergebnisse konkret und anwendungsorientiert zu übersetzen. So gesehen eine marktforscherische soziokulturelle Untersuchung zum gesellschaftlichen Wandel, die aber deutlich weiter geht als nur marktpotentiale aufzuzeigen: Wir müssen darüber nachdenken, wie sich Nachhaltigkeit weiter demokratisieren lässt. Und dazu gibt die Studie erste Forschungsansätze.
Dann interpretiere ich dein “demokratisieren” mal salopp als “Nachhaltigkeitsbildung betreiben”. Und dass soll anscheinlich über den Markt und dessen Teilnehmer gehen.
Bleibt die Frage: Warum geht man nicht einfach hin, nutzt die Nachhaltigkeitsbuildungs-Dekade der UNO und bettet das in diesen nichtkommerziellen Kontext ein.
Auf der anderen Seite kann ich nachvollziehen, dass man als Verkäufer ein Interesse hat, zu wissen wie die Wirtschaftstransformation aussehen kann. Das scheint mir aber eher daran zu liegen, weil “die Wirtschaft”Nachhaltigkeit verlernt hat. Sie hat ihre Verantwortung der Umwelt und dem Kunden gegenüber aufgegeben. Ansonsten wüsste die Wirtschaft längst, was draussen los ist und müsste solche Studien nicht finanzieren. Klar, das bringt euch in Lohn und Brot, nur kennt sich Herwig Danzer sicher genug im Markt aus.
Ohne die Studie näher zu kennen, scheint es mir so, als dass herkömmliche Strukturen (mit ihnen das Großkapital) in Zukunft noch bessere Werkzeuge (diese Studie) in die Hand bekommen, um den Verbraucher mit noch gezielterem Greenwashing über den Ladentisch zu ziehen. Letztlich ist es ja nicht Ziel dieser Kraft weniger Business zu machen, wie es dem Planeten gut täte.
Letztlich geht es ja darum, das Leben mit Sinn zu füllen und Konsum (außer Kulturkonsum) ist in meinen Augen der falsche Weg. Nur mit Luft und Liebe geht es zwar nicht, aber Sparsamkeit ist mit Sicherheit eine Tugend.
@ Stephan: Die gesellschaftliche Mitte lässt sich nicht erzählen, was sie zu tun oder zu lassen hat. Deshalb hat es nichts mit Manipulation zu tun. Es geht hier um ein Verständnis von BEdürfnissen und Haltungen – und, wie Unternehmen darauf reagieren können. Daran ist erstmal nichts auszusetzen, wie ich finde. Die Frage ist eher, wie die für die Stimmung im Lande wichtige gesellschaftliche Mitte das große Thema Nachhaltigkeit betrachtet und wohin sich diese entwickelt. Und da sind wir eben nicht nur beim Thema LOHAS und Green Glamour/ Moralischer Hedonismus sondern bei deutlich mehr.
Und: Das Thema Ökonomie ist in der Nachhaltigkeitsdebatte bislang meiner Meinung nach viel zu wenig beachtet worden. Daher gibt es Nachholbedarf bei der Ergründung dieser Phänomene. Eine grundsätzliche Ablehnung dem Thema Ökonomie gegenüber halte ich für ausgesprochen unangebracht und die Behauptung, Unternehmen mit einer solchen Studie Werkzeuge zum Greenwashen an die Hand zu geben auch: Denn derjenige, der falsche Tatsachen vortäuscht um sich einen Vorteil zu verschaffen wird eher früher als später in Zeiten von web 2.0 etc. abgestraft.
Auch der Verzicht ist ein Ausdruck von Nachhaltigkeit, der auch in der Studie abgebildet wird. Konsum war, ist und bleibt eines der wichtigsten Systeme unserer Gesellschaft und schließt das Thema Sparsamkeit in keiner Weise aus. Niemand behauptet, dass wir übermässig konsumieren müssen. Ganz im Gegenteil. Aber nur von Kulturkonsum werden wir alle nicht leben wollen.
Klar müssen wir ab und an mal ein Brot und Apfel essen und ein Glas Wasser trinken.
Bei mir schwingen eigentlich immer alle 3 Ebenen (Ökologie, Ökonomie und Soziales) gleichzeitig mit, wenn ich an Nachhaltigkeit denke. So ist mir durchaus klar, dass wir die Dinge auch im Bezug auf die Wirtschaft betrachten müssen. Und da erinnere ich mich an die alte Formel – small is beautiful. Das passt zu dezentralen, wenig verschränkten Strukturen die regionale Produkte herstellen und handeln können.
Und wenn ich mit meinem bescheidenen Geschichtswissen 100 Jahre zurück schaue, dann sehe ich viel Nachhaltigkeit, aber auch viel schlechte Dinge. Mit dem Wissen von gestern und heute, könnte man recht viel wieder ins Lot rücken, auch wenn das ein längerer Prozess wird, der min. 50 Jahre dauern wird.
Vielleicht bin ich hier aber auch meiner eigenen Perspektive erlegen. Ich glaube Bescheid zu wissen. All die anderen Normalkonsumenten und Hersteller blendet meine Aufmerksamkeit aber zu oft aus. Und die brauchen vielleicht solche Studien.
Ich versuche mich gerade in einen Unternehmenschef zu versetzen, dem bis jetzt Nachhaltigkeit egal war. Der wird von diesen Nachhaltigkeitsdingen völlig überfordert sein. Ebenso mit solchen Kunden wie ich einer bin. Das merke ich ja ständig, wenn ich selber einkaufen gehen muss. Da nimmt man sich als Unternehmer diese Studie zur Hand, und kann mal nachlesen.
Nun ja, ich bin gespannt auf die Wirkung von dieser Studie. Vielleicht könnte ihr die Studie auf ihrem Lebensweg (Verkaufszahlen, Feedback, Anwendung, Käufer) in diesem Blog oder in einem eigenen Blog zur Studie begleiten. Dann könnte ich als Kritik-Blogger auch noch was dazu lernen.
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