Another day in Berlin

Bild: vilde svaner

Ich setze jetzt auf dem Balkon meines sehr netten Hotels in Neukölln und lasse den Abend mit den vielen heutigen Eindrücken ausklingen.

Wie war mein Tag also?

Eigentlich wollte ich zur Bread&Butter gehen, zumindest um mal da gewesen zu sein. Obwohl ich es fest vor hatte, bin ich bei thekey.to hängen geblieben. Dort war es so inspirierend und ich hatte sehr sehr viele Gespäche mit echten Innovatoren.

Inspiriert haben mich heute Menschen wie Anne und Antje von vilde svaner, die mit so einer unglaublichen Frische und Leichtigkeit regionale Mode schöpfen. Oder die Göttin des Glücks und Lars von der Grünen Wiese.

Wenig inspirierend fand ich den heutigen Nachmittag beim Green Show Room im Luxushotel Adlon. Nicht, dass ich was gegen Besserverdiender hätte, aber irgendwie war mein Ausflug in die Welt des Luxus und der Verschwendung eine sehr merkwürdige Erfahrung. Während ich persönlich glaube, dass wir weniger brauchen, um einen neuen Wohlstand zu erzeugen, scheint es in einem Hotel, in dem eine Übernachtung zwischen 490,- und 15.000,- Euro kostet, munter weiterzugehen, als gäbe es keine Krise.

Diese Eindrücke haben mich sehr nachdenklich gestimmt. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass dort alles sehr steif und unnatürlich wirkte, obwohl diese wohlhabenden Menschen eigentlich frei sein könnten. Die Menschen wirkten auf mich aber aufgesetzt wie Puppen in einem schönen Puppenhaus. Von der Ökonomie des Genug ist dort noch nichts angekommen.

Morgen früh werde ich noch ein wenig arbeiten und dann um 12:30h in den Zug nach Hause steigen. Schön war es wieder mal in Berlin. Einige Projekte wie KarmaKonsum /Pro haben sich konkretisiert, aber dazu ein ander mal mehr. Danke an Frans für das Engagement, eine innovative Plattform geschaffen zu haben.

One response to “Another day in Berlin”

  1. Kai Gildhorn

    Ich habe gerade mal meine alten Reisetagebücher von 2001 mit einem Statement von Thomas Naylor aus “Affluenza” (Benett-Koehler 2001) gefunden, welches den Grund für Konsum und Verschwendung ganz gut auf den Punkt bringt.

    Our entire econmy is driven by our intensive psychological need to fill our spiritual and emotional vakuum with more and more stuff and our illusions that the accumulation of wealth and material possession can provide meaning of life. If we feel down and need a lift, we buy a new dress, have dinner in a nice restaurant or rent a video. The less meaning we have in our lives the easier it is to be reduced by the materialistic “work hard, play hard and be happy – syndrome” – a syndrome that is based on a lie. Is there enough meaninglessness in America (in the western world, Anmerkung Kai) to keep the global economy afloat? Most probable there is. Meaninglessness breeds affluenza and affluenza breeds more meaninglessness.

    ergo: ohne Sinnhaftigkeit und sinnhafte Menschen keine Dematerialisierung und kein Genug.

    Meld dich ruhig mal, wenn du in Berlin bist.

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