Meister Eckhart Preis für Amitai Etzioni

Seit einiger Zeit zeigt sich immer stärker, dass die gesamtgesellschaftliche Veränderung von einer Ich zu einer Wir-Gesellschaft in vollem Gange ist. Dabei ist nicht nur die Werbung (Das englische Wort “We” gehört dieses Jahr erstmals zu den Top-15 der meistverwendeten Wörter in deutschen Werbeslogans) ein wichtiger Indikator als Spiegel unserer Gesellschaft. Auch die Vergabe des “Meister Eckhart Preises” an Amitai Etzioni stützt diese Theorie:
Für seine Forschungen und wissenschaftlichen Arbeiten erhält er am 9. Dezember den Meister Eckhart Preis, den die Identity Foundation gemeinsam mit der Universität zu Köln alle zwei Jahre vergibt. Der Preis würdigt Persönlichkeiten, die sich in ihrem Werk mit dem Thema Identität beschäftigen und wegweisende Anstöße für Veränderungen und Innovationen geben.

Etzioni, der an der George Washington University in Washington D.C. lehrt, hat in seinen Arbeiten als Grundübel für die aktuellen Probleme einen überzogenen Individualismus der Menschen ausgemacht. Als prägend für diese gegenwärtig dominierende Auffassung der Identität des Einzelnen beschreibt er ein Ich, dem der Bezug zum Wir verloren gegangen ist.

Das Bild der wirtschaftsliberalistischen Welt, das bislang dem Individuum stets Vorrang vor der Gemeinschaft einräumt, ist für Etzioni langfristig nicht haltbar:

Jedes Mitglied der Gemeinschaft schuldet allen übrigen etwas, wie umgekehrt die Gemeinschaft jedem ihrer Mitglieder etwas schuldet.

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