Otto Scharmer, Capitalism 3.0 und deutscher Wahlkampf

Es ist Wahlkampf und keiner merkts – das ist mein Eindruck dieses Wahlkampfes und das in einem einmaligen Zeitfenster, um die Weichen neu zu stellen.

Ich vermisse fast völlig neue Ideen und Konzepte für “die Zeit nach der Krise” – wo ist das big picture?

Statt dessen gibt es ein christlich-demokratisches “Wir haben die Kraft” (man fragt sich: für was? Für welches Ziel?) bis zu “4 Millionen Jobs im Deutschland-Plan” (bei aller aus meiner Sicht berechtigter Kritik am Wahlkampfversprechen Vollbeschäftigung, doch wenigstens der Versuch, mal Inhalte zum Thema zu machen) bis hin zum “Reichtum für alle” und dann gleich danach “Reichtum besteuern” auf der Seite der Linken. Die Bestandsaufnahme der Grünen “Learning by durchwursteln” fasst es aus meiner Sicht treffend zusammen.

Allen,  die das “big picture” brauchen, empfehle ich die Lektüre von Otto Scharmer The Blind Spot of Economic Thought”.

Otto Scharmer bezieht sich u.a. auf die Idee des “Capitalism 3.0” von Peter Barnes. Er schreibt dazu “I use the terminology of capitalism 1.0, 2.0, 3.0 suggested by Barnes (2006), because it’s simple and it reminds us that we need to do the same thing with our social and economic institutions that we are used to doing with our computers: update the operating system.”

Yes we can?

4 responses to “Otto Scharmer, Capitalism 3.0 und deutscher Wahlkampf”

  1. Matze

    Seh ich ganz genauso…iwie weiß niemand so recht wos hingehen wird…und die Politiker machen mal schön wieder auf “abwarten und tee trinken”…weiß im Moment eh nicht so recht wen ich wählen soll…habe das Gefühl das keine Partei so richtig weiter weiß.

  2. Joerg

    Das klingt wirklich super! Ich bin am Wochenende auf die aktuelle Ausgabe der Adbusters gestoßen. A new paradigm in economics ist auch hier das Hauptthema. Ich kann das sehr empfehlen.
    http://www.kickitover.org

  3. Anna

    @ Jörg, danke für den Tipp – ich werde mir das mal ansehen. Otto Scharmer hat am MIT einiges Spannendes angestossen…
    @ Matze: Ich denke, dass es an uns liegt auch wieder politischer zu werden oder anders formuliert: Die Sphäre der Politik nicht als getrennt von unserem Lebensraum zu betrachten – auch wenn man manchmal den Eindruck hat, dass umgekehrt “die Politik” in Kategorien denkt, die schon lange nichts mehr mit der Lebenswirklichkeit zu tun haben. Das beste Beispiel dafür ist die langsame aber sichere Erosion des Begriffs der “Volkspartei”.
    Es ist also – so denke ich – an uns, auch Politik wieder neu zu gestalten.

  4. Sebastian Kotzwander

    Meiner Meinung nach ist die Politik ohnehin nicht wirklich in der Lage Dinge umzusetzen. Ich sehe da die Unternehmen als wichtigere Akteure an. Das bedeutet aber auch, dass die Verbraucher durch Ihren strategischen Konsum eine Richtung vorgeben können, indem sie gewisse Unternehmen unterstützen.

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