Wie der Glocalist berichtet, könnte der Klimaschutz als Wahlkampfthema entscheidend für den Ausgang der Wahl sein. Eine Infratest-dimap-Umfrage der Kampagne KlimakanzlerIn hat diese Tendenzen abgefragt: Mehr als neun von zehn Wählern (92%) gaben an, dass der Aufbau einer klimafreundlichen Wirtschaft wichtig für ihre Wahlentscheidung sei – mehr als die Hälfte sagten sogar, dies sei sehr wichtig.
“Ein entscheidender Teil der Bevölkerung ist als ‘Klimawähler’ einzuschätzen”, sagte Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch, der die Klima-Allianz vertrat. “Die jüngsten Landtagswahlen haben gezeigt, wie knapp das Rennen zwischen möglichen Koalitionen werden kann. Die Klimawähler können die Wahl entscheiden.”
Die Kampagne KlimakanzlerIn ist eine gemeinsame Kampagne von Die Klima-Allianz, Avaaz und E3G, die unsere Kanzlerkandidaten dazu aufruft, sich für neue grüne Jobs einzusetzen.
So sehen 84% der Deutschen, dass der beste Weg zu langfristigem Wachstum über eine umweltfreundliche Wirtschaftspolitik und grüne Jobs führe. 81% der Wähler sehen erneuerbaren Energien als die wichtigste Energielösung (zum Vergleich: Atomenergie 7%, Gas 4%, Öl 3% und Kohle 2%).











Es freut mich, dass der Klimawandel laut dieser Umfrage offenbar in den Köpfen der Menschen präsent ist. Aber wenn er wirklich wahlentscheidend wäre, warum sind dann die Grünen nur bei gut 10 Prozent in den Unfragen? Wenn die Klimafrage über 50 % der Wähler wirklich stark umtreibt, sollte es doch for eine absolute Mehrheit für Jürgen Trittin reichen… Oder zumindest für eine satte Mehrhheit mit Steinmeier, dem Deutschlandplan und den Grünen. Die Sonntagsfragen-Ergebnisse sehen da ganz anders aus…
Ich befürchte allerdings, dass das Gerede vom “Wachstum”, den wir angeblich alle brauchen, dennoch dominanter für das Kreuzchen am 27. ist. Auch wenn wir uns in unserer Gesellschaft meines Erachtens einmal grundlegend mit der Wachstumsfrage auseinandersetzen sollten. Erstens gibt es mit Blick auf den DAX bei uns seit Jahrzehnten kein Wachstum (vergleicht einmal den Punktestand), zweitens ist auch die Frage, ob Wachstum überhaupt noch möglich ist in unserer Welt. Ich meine ein Wachstum, welches den Menschen Wohlstand und Glück bringt.
Zu Wachstum empfehle ich die Bücher und Gedanken von Hans Christoph Binswanger von der Uni St.Gallen und als ersten Einstieg den ZEIT Artikel von Wolfgang Uchatius unter http://www.zeit.de/2009/22/DOS-Wachstum. Herr Binswanger kommt übrigens am 25.November um 19.30h nach Köln und spricht über die “Grenzen des Wachstums” (http://cologne.oikos-international.org/projekte/responsible-finance-im-ws-0910/ringvorlesung/sitzungen-speaker.html)
Hier gibt es noch ein richtig gutes Interview zum Thema, warum der Klimawandel im Wahlkampf keine Rolle spielt und wie sehr uns am status quo festklammern. http://www.sueddeutsche.de/wissen/778/488178/text/3/