
Sehr erfreuliche Erkenntnisse einer repräsentativen Studie des Allensbacher Institus zum Thema alternative Medizin:
Laut neuer Studie haben 92% der Deutschen, darunter in überdurchschnittlichem Anteil Frauen sowie Personen aus den westlichen Bundesländern, schon von homöopathischen Arzneimitteln gehört. Vor rund 35 Jahren hatten erst 76 Prozent der westdeutschen Bevölkerung schon von homöopathischen Heilmitteln gehört.
53% haben sie schon mal verwendet. Davon sind ein Viertel der Bevölkerung “überzeugte Verwender” homöopathischer Arzneimittel, d.h. sie nutzen homöopathische Präparate und sind ohne Einschränkung von deren Wirksamkeit überzeugt (25 Prozent). Weitere 26 Prozent nutzen diese Medikamente, enthalten sich aber eines eindeutigen Wirksamkeitsurteils (“pragmatische Verwender”).
Interessant ist dabei, welche Rolle die Mund-zu-Mund-Propaganda bei der Medikation spielt: Der Weg zu homöopathischen Arzneimitteln führt vor allem über persönliche Empfehlungen von guten Bekannten (54 Prozent).
Hier gehts zu tiefergehenden Informationen zur Studie.
via: Dr.Hauschka Twitter
Bild: Samuel Hahnemann der Begründer der Homöopathie









Ist das wirklich eine gut Nachricht? Ist denn wissenschaftlich nicht längst geklärt, dass es sich bei der Homöpathie ausschließlich um den Placeboeffekt handelt (siehe z.B. hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Hom%C3%B6opathie)?
Hier sind die Studien doch sehr kontrovers, geklärt ist hier noch lange nicht alles. Andere Studien besagen, dass homöopathische Mittel auch bei Tieren wirken, die man im Gegensatz zum Menschen gemäss dem Placeboeffekt nicht beeinflussen kann. Studien hin oder her.
Selbst wenn es nur ein Placeboeffekt ist, aber dieser wirkt, ist dies aus meiner Sicht besser als jedes andere Medikament.
Die oft in dem Zusammenhang zitierte Lancet-Studie ist wissenschaftlich nicht haltbar. Das kann man sehr schön unter http://www.yamedo.de/heilverfahren/homoeopathie/wirkung.htm und http://www.readers-edition.de/2008/01/05/lancet-und-die-rehabilitierung-der-homoeopathie/ nachlesen. Die zweite genannte Seite geht zudem auf den Wikipedia-Artikel über Homöopathie ein und betont dessen grobe Falschdarstellung. Interessant ist in diesem Zusammenhang, einmal die Diskussionsseiten http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Hom%C3%B6opathie anzuschauen, die aufdeckt, dass der Homöopathie-Artikel stark manipuliert ist. Versuche der unabhängigen Leserschaft, die Darstellung zu neutralisieren, wurden immer wieder rückgängig gemacht. Ein schönes Zitat von dieser Seite: “Im riesigen Archiv dieser Diskussionsseite wirst Du finden, dass schon viele vergeblich versucht haben, den Artikel neutraler oder in ihrem Sinne neutraler zu gestalten. Es gab dann mal einen Benutzer: Reginald Lambskin, der über die starken Widerstände gegen eine weniger abwertende Darstellung der Homöopathie, scheinbar so verzweifelt war, dass er eine die Homöopathie noch stärker diskriminierendere Version der Einleitung vorschlug, von der vieles dann auch wirklich übernommen wurde.”
Möge sich jeder selbst en Bild davon machen. Und ansonsen kann ich mich nur Dominik anschließen. Wer heilt, hat Recht.
Ich finde diese Studie auch nicht besonders „beglückend“, zeigt sie doch, daß immer mehr Menschen esoterischem Un-Wissen verfallen. (Was wir nebenbei schon einmal hatten in Deutschland, vor ca. 70 Jahren)
Homöopathische Mittel sind keine Arzneimittel, da ihre Wirksamkeit nicht nachgewiesen werden kann und es gibt bis jetzt keine wissenschaftliche Studie, die die Wirksamkeit von Homöopathie belegt. Das ist, neutral gesagt, der Stand der Dinge.
Weiterlesen kann man z.b. auch hier: http://blog.gwup.net/2009/05/09/gwup-dosis-homoeopathie-scienceblogs/
Und ganz lecker: Die 100 leckersten homöopathischen Mittelchen http://www.kyriacou.ch/files/mahlzeit_die_100_leckersten_homoeopathischen_mittelchen.html
@ Trixi
Der Vergleich der Homöopathie mit dem Nationalsozialismus hinkt jetzt aber gewaltig – oder habe ich Dich hier falsch verstanden? Und sich über Dinge lustig zu machen, ist einfach – sich allerdings ernsthaft mit Pro&Contra der Homöopathie auseinanderzusetzen, fällt scheinbar sowohl wikipedia als auch den von Trixi genannten Seiten schwer …
Interessant ist auch, dass immer nur von der Homöopathie der Wirksamkeitsnachweis durch Studien verlangt wird. Wo aber sind denn die Studien, die die Wirksamkeit konventioneller Therapien belegt?
Ja, da muss ich Catrin wirklich Recht geben!
Es gibt zwar zahlreiche randomisierte Doppelblindstudien (RCTs), die damit den Kriterien der Evidence Based Medicine (EBM) entsprechen, und die die spezifische Wirksamkeit (specific efficacy) einzelner konventioneller Arzneimittel nachweisen. Aber wo sind die Studien, die für konventionelle Therapien die Wirksamkeit unter Alltagsbedingungen (real-world efficacy) nachweisen? Da spielt dann zum Beispiel auch die Arzt-Patientenbeziehung mit hinein, inwieweit zu Beginn der Therapie eine ordentliche Anamnese gemacht wurde, wie sich chronische Beschwerden über einen längeren Zeitraum hinweg unter der Behandlung entwickeln und ähnliches. Und das sind schließlich die Alltagsbedingungen, denen jeder von uns als Patient ausgesetzt ist und denen eine Therapie standhalten sollte, um als wirksam anerkannt zu werden!
Überall, libe Catrin. Ohne solche Studien würden diese Therapien nämlich gar nicht durchgeführt oder zumindest nicht von (seriösen) Krankenkassen bezahlt, auch wenn einige mittlerweile durch öffentlichen Druck auch Homöopathie zahlen.
es mag ja sien, dass recht hat, wer heilt. Nur: Homöopathie heilt eben nicht. Sonst wäre das ja nachweisbar. Das ist es ja genau, was die Studien machen: Nachweisen, wer mit seiner Methode tatsächlich heilt.
@Silke
Der Vergleich von Nationalsozialismus und fragwürdigen „medizinischen“ Methoden hinkt leider überhaupt nicht. Im Gegenteil: eine Verbreitung solchen Gedankengutes in der Bevölkerung war u.a. dafür verantortlich, daß die Nazis überhaupt Fuß fassen konnten und Zustimmung erhielten. Das war einen gesellschaftliche Strömung, die sich v.a. durch Ignoranz von wissenschaftlichen Methoden und einer Hinwendung zu esoterischen Themen auszeichnete. Die Nazis sind nicht über Deutschland „hereingebrochen“ wie das so gerne dargestellt wird.
Speziell die Homöophatie war bei den Nazis weit verbreitet: http://de.wikipedia.org/wiki/Hom%C3%B6opathie_im_Nationalsozialismus
Die GWUP setzt sich auf wissenschaftliche Weise mit der alternativen Medizin auseinander. Auf deren Homepage http://www.gwup.org/ wird diese Studie zur Homöophatie auch erwähnt, inkl. einem Hinweis der WHO, die vor der Homöophatie warnt: http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/37800/WHO_warnt_vor_Homoeopathie.htm
@Catrin
jedes Arzneimittel, das in D zugelassen wird, erfüllt strenge Anforderungen inkl. einem Nachweis der Wirksamkeit. Diese Wirksamkeit kann bei homöophatischen Mitteln nicht nachgewiesen werden.
Die Voraussetzungen, die ein Mittel braucht, um als Arzneimittel zugelassen zu werden, kann man hier nachlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Arzneimittelgesetz_%28Deutschland%29
Man könnte grad meinen die Homöopathie sei etwas, vor dem man warnen muss! Ich kenne mehr Fälle, in denen sie geholfen hat, als in denen sie sich als unwirksam erwiesen hat. Das ist dann übrigens das schlimmste, das passieren kann: es passiert einfach nix. Wer aber mit den Kügelchen arbeitet, vor allem wenn Kinder krank sind, der erlebt einfach, dass sie wirken, ohne Nebenwirkungen. Welche Beweise brauche ich dann noch?
Bei Tieren ist es übrigens wirklich am verblüffensten. Wieso geht da eigentlich niemand drauf ein? Ich habe hier Kontakt zu Bauern, die sagen, dass fast immer die homöopathischen Mittel helfen, wenn vor allem Antibiotika längst versagt haben. Und sie wirken schnell.
Von daher ist mir jede Studie ziemlich wurscht.
@Trixi
Ich muss mich wohl noch einmal wiederholen: es geht hier eben gerade nicht um Wirksamkeitsnachweise für einzelne Arzneimittel (specific efficacy), sondern um die Wirksamkeit einzelner Therapien unter Alltagsbedingungen. Wie gut wirkt bei einem chronisch Kranken (z.B. mit rheumatischer Erkrankung) eine schulmedizinische oder eine homöopathische Behandlung?
Dies wurde z.B. untersucht für Durchfall bei Kindern (Jacobs 2003), Allergische Beschwerden (Taylor 2000), Grippe (Vickers 2009), Atemwegsinfektionen (Shang 2005) oder Heuschnupfen (Lüdtke 1997) – alles Metaanalysen mit 1A-Standard der EBM und sieben von acht waren erfolgreich und ergaben, dass die homöopathische Behandlung dem Placebo überlegen war.
Wo gibt es hier vergleichbare Studien zu konventionellen Therapien frage ich???
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