Nachdem ich in der letzten Zeit einige starke Präsentationen gesehen habe, die mich wirklich umgehauen haben, merke ich, dass ich meine Präsentationen auch weiter umstellen sollte: Weg von zu viel Text hin zu mehr starken Stimmungsbildern. Wer Simonetta Carbonaros Präse auf unserer Konferenz gesehen hat, weiß, wovon ich spreche.
So auch in diesem Video geschehen: Hier unterichtet die Alliance for Climate Education in ansprechender Präsentationsform an amerikanischen High Schools und bildet Schüler zu Nachhaltigkeits-Multiplikatoren aus.
Ein Aspekt der gerade veröffentlichten Otto Trendstudie zu ethischem Konsum zeigt ja auch in Deutschland eher ein Desinteresse bei jungen Menschen: Die Gruppe der 16- bis 27-Jährigen interessiert sich nur mäßig für ethischen Konsum und delegiert Verantwortung eher an Politik und Unternehmen, ohne diese durch eigenes Verhalten zu unterstützen. Und dabei sind es ja genau die jungen Leute, auf die es ankommt.
Ich glaube, dass die Informationsvermittlung neben guten Inhalten vor allem über die Form und über Vorbilder passieren sollte. Die zeitgemäße Ansprache der Kids muss erreichen, dass das Thema Nachhaltigkeit cool wird. Und ich meine wirklich cool und nicht aufgesetzt. Dazu gehört Zuhören, die unmittelbare Einbeziehung der jungen Leute aber auch glaubhafte Testimonials.
Wie ist Nachhaltigkeits-Bildung eigentlich an unseren Schulen verankert? Gibt es Ansätze der Kultusministerien, Nachhaltigkeit als Thema zu fördern?














Ahoi
Vielen Dank für den Beitrag. Ich stimme Euch zu, dass sich die Jugendlichen stark an Stars und Vorbildern orientieren. Ethischer Konsum braucht daher mehr Vorbilder, die Nachhaltigkeit explizit und demonstrativ leben. Das ist in Deutschland leider noch sehr gering. Der zweite Weg ist sicherlich die Ästhetik. Gerade die Jugendlichen setzen stark auf Aussehen. Wenn etwas super aussieht, kaufen sie ebenfalls stärker ethischer Produkte. Auch wenn das nicht im Vordergrund steht. Interessant ist jedoch, dass das Interesse an grünen Jobs bei den Jugendlichen sehr hoch ist. Leider sind solche noch sehr begrenzt verfügbar. Das ist ebenfalls ein sehr spannender Hebel.
Ihr sprecht darüber hinaus noch das Thema Nachhaltigkeitsbildung an Schulen an. Ich weiß, dass es eine Reihe von Schulen gibt, die zumindest so etwas wie Ernährungskunde haben. Sicherlich sind alle diese Schritte wichtig. Sie richten sich aber an eine andere Altersgruppe. Die Kinder von heute wachsen damit auf, dass der Klimaschutz eine Realität ist. Die Jugendlichen von heute sind in den letzten 10-15 Jahren groß geworden, die vor allem von Desinteresse an Umweltschutz und Klimawandel gekennzeichnet waren. Von daher sind die Kinder noch einmal eine ganz eigene Diskussion.
Hallo, zusammen,
mich macht der Beitrag und auch der Kommentar, Jörg, nachdenklich. Ich habe zwei kids in der 10. Klasse der Realschule und muss sagen, dass ich da nicht viel Nachhaltiges finden kann. Am ehesten gibt der Unterricht in Ethik und Religion dazu was her. (Dazu habe ich bei uns auch mal gebloggt) Allerdings gibt es im Freizeitbereich, in den Vereinen viel dazu. Bei uns sehr spürbar durch die Pfadfinder, die sich in der Natur sehr nachhaltig und rücksichtsvoll aufhalten. Und in der Feuerwehr werden ja auch Vosorgemaßnahmen für Natur und Umwelt groß geschrieben. Ich denke, es ist heute wichtig, dass Bildung nicht nur über die Schulen läuft: da ist alles sehr verkopft, Sport und die “schönen Künste” fehlen inzwischen fast ganz. Und die Eltern werden in ihrem Verhalten spätestens in der Pubertät abgelehnt, da kann vorgelebt werden was will. Da sind andere Vorbilder und prägende Einflüsse wichtig. Deshalb sind meiner Meinung nach Vereine, die Gemeinschaftsgeist fördern, die die Natur im Mittelpunkt haben und vielleicht Institutionen wie die Feuerwehr, die einen gemeinschaftlichen Nutzen haben, sehr wertvoll.
Ich bin auch der Meinung, dass die Informationsvermittlung neben guten Inhalten vor allem über die Form und über Vorbilder passieren sollte. Die Kids (aber nicht nur die, auch Jugendliche und trendbewusste Erwachsene) interessieren sich sehr wohl für Themen wie Nachhaltigkeit und Umweltschutz, wenn sie zielgruppengerecht, cool und stylisch präsentiert werden. Genau das haben wir uns bei http://www.gillout.com zum Ziel gesetzt. Wir sind zwar noch lange nicht dort, wo wir hinwollen, aber sicher auf dem richtigen Weg. Unsere Erfahrungen speziell mit Jugendlichen zeigen uns, dass sie sehr wohl für ernsthafte Themen zu interessieren sind, wenn die Aufmachung stimmt. Die Inhalte dürfen darunter aber natürlich nicht leiden.