Dies ist ein Gastbeitrag von Frans Prins.
On invitation of Noel I visited Vision Summit today. It is amazing to see how much people commit themselves to green and social goals inside their businesses, inside their social and professional context. It is this power, the power of many small initiatives and entrepreneurs, that could make a difference. That also larger companies are interested in social business, is their success. It is the success of the personal initiative. Professor Yunus himself is an excellent example. He worked on his project for microcredits for decennia, before it had it’s global breakthrough. Nowadays, microcredits are on their way to mainstream.
The same counts for other initiatives, may it be fair trade coffee or green fashion. Pioneer initiatives have laid the way, which now provides the knowledge to do things differently. The question is, how much time there is. There’s one hope. There’s a new generation rising, who knows that time is running out, and wants to make itself heard. Not only using twitter and facebook but with the will to act. In example the 30 kids who are part of the Palomar5 together here in Berlin, working six weeks non stop to use social media to support a more sustainable worlds. What should we call them? Climate Hipsters. We’ll here more of them.
Frans Prins










Die fortwährende Belobhudelung eines durch und durch neoliberalen Bankiers (Yunus) finde ich wirklich unangenehm. Mit einer derart unkritischen Haltung beschleunigen die Socialentrepreneurs die Fahrt vor die sozial-ökologische Wand nur noch weiter.
Das Anpreisen falscher Lösungskonzepte entzieht den sinnvollen Ansätzen Ressourcen und versperrt den Blick auf das ganze Ausmaß und die Zusammenhänge der Krisen.
Was bei Yunus so alles falsch ist, kann unter anderem hier nachgelesen werden:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25443/1.html
http://www.taz.de/index.php?id=debatte&art=1698&id=481&cHash=ada3a4e363&type=98
Auch die mit kirichlichen Mitgliedsorganisationen und Heiner Geisler sicherlich alles andere als linksradikalen Globalisierungskritiker von attac lehnen Yunus’ Konzept und vor allem auch seine Belobigung ab.
@fairskate: Im Grunde kann ich hierzu wieder auf meine Stellungnahme bei folgendem Post verweisen: http://www.karmakonsum.de/rede-von-muhammad-yunus-doing-well-by-doing-good,2420,2009-04.html Es wäre aber auch mal spannend zu sehen, welchen Lösungsansatz du neben deiner Kritik vorschlägst…
@Noel:
Zunächst einmal bevorzuge ich demokratische Unternehmensformen, also sowas wie das, was hier einmal Genossenschaften waren (einige sind es auch noch) und in Lateinamerika und Südeuropa Kooperativen meist heute noch sind. In einer kapitalistischen Marktwirtschaft sind diese Unternehmen allerdings immer von der Umwandlung in normale Profitmaximierer bedroht, was natürlich für nicht-demokratische Sozialunternehmen in noch viel größerem Ausmaß gilt:
https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Oppenheimersches_Transformationsgesetz#Analysen_der_Genossenschaftsbewegung.28en.29
Das Argerlichste bei Yunus und Co ist, dass sie den Irrglauben an die Möglichkeit eines guten Kapitalismus stützen. Warum es diesen nicht geben kann, erklärt völlig unmarxistisch und auch ohne VWL-Studium verständlich z.b. Christian Felber in “Neue Werte für die Wirtschaft”.
Trotzdem macht es natürlich Sinn, auch im Kapitalismus Unternehmen mit einer sozial-ökologischen Ausrichtung zu gründen und ein anderes Wirtschaften auszuprobieren. In Nischenmärkten können diese ja auch durchaus bestehen, wenn auch immer mit der oben angeführten Bedrohung sowie der Gefahr von einem reinen Profitmaximierer geschluckt zu werden (siehe z.b. hess natur, Body Shop).
Wir werden den Kapitalismus ja vermutlich so schnell nicht los, auch weil es an Alternativen für ein anderes Wirtschaftssystem mangelt. Felber gibt da schon spannende Anstöße, ansonsten empfehle ich noch Paercon von Michael Abert (etwas utopischer). Es würde in diesem Bereich sicherlich viel mehr geforscht, wenn nicht derzeit soviele Menschen auf die Kuschelkapitalismuspredigten pseudo-sozialer Großunternehmer reinfallen würden. Das sich etwas verändern muss, ist ja sehr vielen durchaus bewusst.
Speziell zu den Gramenbanken: Warum bekommen die Menschen diese kleinen Kredite nicht einfach unverzinst? Gerade Yunus Bank ist doch wohl reich genug dafür. Antwort: Weil das im Kapitalismus für eine Bank nicht möglich ist. Deshalb gibt es ja sogar bei der GLS-Bank Produkte, die letztlich auf BMW oder Henkel-Aktien basieren.
Ich habe gerade letzte Woche eine Veranstaltung mit 2 Konzernvertretern an einer Uni gehabt. Die Herren sind sich völlig bewusst, dass ernsthafte nachhaltige Unternehmensführung in ihren Unternehmen aufgrund der Eigentumsstruktur (börsennotiert) unmöglich ist. Die Aktionäre/Fonds würden sofort die Aktien abstoßen, wenn dort in der Produktionskette die Menschenrechte eingehalten und Ressourcen weitmöglichst geschont würden.
Und ganz vorbei wäre es natürlich, wenn Produkte, die eigentlich keiner braucht und die nur wegen eines erheblichen Werbeaufwands überhaupt gekauft werden, einfach aus dem Sortiment gestrichen würden. Deshalb machen die beiden viel im Bereich profitmaximerender Energieeffizienz und bei ihren Produkte nur hellgrüne Nischenangebote, für die unkritscheren unter den strategischen Konsumenten. Die Kritschen zu bekommen, haben sie bereits wieder aufgegeben, wie es sich derzeit auch bei vielen großen Textilmarken abzeichnet.
Aus diesem einfachen Grund werden Konzerne wie BASF oder Otto, die ja auch auf dem Summit waren, nie Teil der Lösung der sozial-ökologischen Krisen sein. Entweder wir ändern ihre Eigentumsstruktur oder sie fahren unsere Lebensgrundlagen vor die Wand, weil sie qua Wettbewerb und Börsendruck schlicht nicht anders können, selbst wenn sie wollten.
@fairskate: Danke für Deine wertvolle Kritik! Bitte melde Dich mal bei mir. Würde das Thema gerne weiter diskutieren und ich wüßte gerne Deine Meinung zu einem meiner Projekte. Danke!
@fairskate
Wir, das Grameen Creative Lab, würden gerne kurz Stellung zu Deinem Beitrag nehmen, vor allem was die Grameen Bank und die von uns unterstützen Social Businesses betrifft.
Die Grameen Bank ist eine Bank, die komplett den Armen gehört. Diese halten die Anteile der Bank und bekommen in den Jahren, in denen die Bank Gewinn macht, diesen ausgeschüttet. Die Grameen Bank nimmt einen Zinssatz von ca. 10-15% und tut das um sich selbst zu finanzieren. Eine Institution, auf die sich 8 Millionen Kundinnen verlassen, muss dafür sorgen, dass sie finanziell nachhaltig als auch in unternehmerisch unabhängig ist. Dies kann sie nur dann gewährleisten, wenn sie sich finanziell nicht vor anderen Gebern rechtfertigen muss. Heutzutage ist die Grameen Bank in Bangladesh in 88.000 Dörfern tätig, darunter in Dörfer, die geographisch total abgeschieden sind und deren Bewohner daher keinen Zugang zu Kreditgebern/ Banken haben.
Social Businesses sind Unternehmen, deren Zweck es ist soziale Missstände zu beheben. So produziert Danone z.B. in einer Region Bangladeschs nährstoffangereicherte Joghurts, die speziell auf den Nährstoffbedarf von Kindern abgestimmt sind um hierdurch einen Beitrag zur Bekämpfung von Unterernährung zu leisten. Sicher könnte ein solches Projekt auch durch gemeinnützige Organisationen oder die Regierung unterstützt werden, doch was ist wenn diesen irgendwann das Geld ausgeht oder sich die Politik und Schwerpunkte der Geldgeber ändert? Wir wissen, dass Humanitäre Hilfe und Entwicklungshilfe in vielen Entwicklungsländern notwendig ist um der Bevölkerung dort ein menschenwürdiges Leben zu gewährleisten (Deutschland z.B. hatte 2008 ODA Aufwendungen von 13,8 MRD USD). Wir glauben aber auch, dass Social Business eine effektive Möglichkeit ist den Entwicklungshilfesektor zu entlasten, indem wir finanziell selbsttragende Projekte entwerfen. Weiterhin haben Social Businesses im Vergleich zur Entwicklungshilfe den Vorteil, dass Investoren ursprünglich eingesetzte Investitionssummen wieder zurückgezahlt bekommen und diese Geldsumme für einen anderen sozialen Zweck, z.B. mittels eines weiteren Social Businesses, re-investieren kann.
Und noch eine letzte Bemerkung zum Thema nachhaltige Unternehmensführung. Eine nachhaltige Unternehmensführung wird nicht durch die Eigentümerstruktur per se vorgegeben, sondern durch die Ansprüche, die die Eigentümer an das Unternehmen stellen. Würde also jeder Aktionär wollen, dass die Aktiengesellschaft in die er investiert umweltfreundlich und moralisch angemessen handelt, würden auch solche Unternehmen bestehen. So haben Familienunternehmen wie Otto z.B. viel eher die Chance ihr Unternehmen nachhaltig zu gestalten.