Auf dem amerikanischen grünen Trendportal planet green wurde eine neue Rubrik zum Thema “do it yourself / Handarbeiten” eingeführt. Dort werden coole Handarbeitsprojekte von Nutzern vorgestellt. Sehr spannende Sachen dabei.
Ich bin ja selbst ein großer Handwerker. Ich filze super gerne und habe gerade im letzten Monat unsere neue Wohnung komplett renoviert.
Handarbeiten oder neudeutsch Crafting ist nachhaltig und ich finde es auch progressiv in vielerlei Hinsicht. Der kreative Akt, etwas selbst zu produzieren, befriedigt mich innerlich tief, ich kann das Erschaffene mit den Sinnen begreifen, bestaunen und sinnvoll nutzen. Vor allem als Webworker wie ich, der, so wie wahrscheinlich die meisten von Euch, den ganzen Tag vor dem Rechner hockt.
Neben diesem geistigen Aspekt des Handarbeitens (Habe auch gerade auf dem Rücktitel des Buches “Stricken für dummies” gelesen, dass Stricken das neue Yoga sei) ist Handarbeiten auch sehr nachhaltig. Vor allem, wenn es Recyclingmaterialien gemacht wird.
Hier noch ein Linktipp: In den USA gibt es das spannende Strickprojekt “Knitting is sexy”, eine Kampagne mit Video um Stricken ein sexy Image zu verpassen. Dabei wird ein Kalender verkauft, der Frauen mit selbst gestrickten Sachen zeigt. Ein Großteil der Verkaufserlöse fließen in Bildungsprojekte, um Kindern das Handarbeiten beizubringen. Mehr zu den Hintergründen der Aktion auf reuters.com










@Christoph: Wir basteln uns doch jeden Tag eine neue Welt.
Yours, K.
Ein sehr wichtiges Thema! Toll, dass planet green das aufgreift.
Das (Wieder-)erlernen alter Kulturtechniken ist auch einer der zwölf wesentlichen Schritte des Transition Town/Energiewende Konzepts. Ziel des TT-Konzepts ist es, auf kommunaler Ebene Antworten auf den Klimawandel, PeakOil und die daraus resultierende Energieknappheit zu entwickeln. Und da gehört neues Handarbeiten auf jeden Fall dazu:
“8. Großes Schulungsprogramm für alte Kulturtechniken
Wenn wir dem Ölfördermaximum und dem Klimawandel adäquat begegnen wollen, indem wir unseren Energieverbrauch senken und regionale Wirtschafts- und Lebensweisen stärken, benötigen wir viele Fähigkeiten, die unsere Großeltern noch ganz selbstverständlich beherrschten. Einer der nützlichsten Bestandteile einer Energiewendeinitiative besteht in der Umkehr des „Großen Verlernens“ der letzten vierzig Jahre, indem Schulungen für eine Reihe dieser Fähigkeiten angeboten werden.
Nachforschungen unter den älteren Mitbewohnern in euren Gemeinden sind sehr aufschlussreich – ihre Lebenserfahrung reicht in die Zeit vor der Wegwerfgesellschaft zurück, und sie wissen genau, wie eine Gesellschaft aussieht, die weniger Energie zur Verfügung hat. Mögliche Themen für die Schulungen sind: Reparaturarbeiten, Kochen, Fahrradwartung, Naturbau, Dachstuhlisolierung, Färben, Kräuterkunde, Gartenbau, Energiesparen im Haushalt, Backen mit Sauerteig, Gemüseanbau (die Liste ist mehr oder weniger unendlich).
Euer großes Schulungsprogramm für alte Kulturtechniken gibt den Teilnehmern Mittel an die Hand, mit deren Hilfe sie Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten gewinnen können, um praktische Ziele zu erreichen und gemeinsam mit anderen Probleme zu lösen. Sie werden auch die Erfahrung begrüßen, dass Lernen wirklich Spaß machen kann.”
Mehr Infos über das Transition Towns Konzept gibts hier:
http://energiewende.wordpress.com/grundlagen-kompakt/