Bericht aus der Hauptstadt

Ich habe ja für diese Woche das KarmaKonsum Büro nach Berlin verlegt und wohne hier zusammen mit Sebastian, der mich freundlicherweise beherbergt. Wir machen jeden Abend eine private Hip Hop Night auf youtube – Ausflüge in unsere gemeinsame Musikvergangenheit.

Gestern war ich auf der Jahreskonferenz des Rates der nachhaltigen Entwicklung. Mit über 1200 Teilnehmern war es sehr voll teilweise so voll, dass man keinen Sitzplatz mehr bekam. Ich bemerke in der letzten Zeit öfter, dass ich immer die gleichen Leute treffen, was nett ist, aber der Networking-Effekt darunter leidet. Meine Idee: Mal verkleidet auf einer Konferenz erscheinen und Unbekannte anquatschen.

Ich habe das Panel “Welchen Wohlstand brauchen wir?” besucht. Dabei ging es um neue Modelle, wie wir Wohlstand unabhängig von materiellem Besitz definieren können. Es wurde viel über nachhaltigen Konsum, den ich ja viel lieber als politischen Konsum bezeichne, geredet. Auch über spannende Themen wie regionale Wirtschaftskreisläufe und Subsitenzwirtschaft. Interessant fand ich den Einwand von Dr. Christian Votava, dass wir uns vor der Vorstellung verabschieden müssen, dass uns die Großunternehmen Wachstum bringen werden. Votava appelierte an die Politik, kleine und mittelständische Unternehmen in Nischenmärkten zu fördern. Insgesamt kamen mir da aber zu wenige konkrete Impulse vom Podium.

Nachmittag durfte ich dann der Rede (hier gibt es einen Video-Mitschnitt) von Kanzlerin Angela Merkel lauschen. Und ich muss gestehen, ich habe seit gestern Sympathien für Frau Merkel entwickelt. Ihre Rede war sehr authentisch und nett (mit einigen Lachern) und auch klar, wie komplex das Klimaschutzthema auf internationaler Ebene ist. Auf der Jahrestagung übergab der RNE der Kanzlerin auch das Gutachten (Peer Review) einer internationalen Expertengruppe.

Dieser Bericht würdigt Deutschlands bisherige Leistungen beim Klimaschutz und bei umweltfreundlichen Technologien. Die Autoren kritisieren aber auch, Deutschland bleibe im Kampf gegen den Klimawandel unter seinen Möglichkeiten. Das Land nutze seine guten Voraussetzungen und Talente nicht koordiniert und entschlossen genug. In „Sustainability Made in Germany“ empfehlen die Experten Bundeskanzlerin Angela Merkel, die deutsche Nachhaltigkeitspolitik schwungvoller und wirksamer fortzuführen und benennen konkrete Handlungsfelder, darunter eine stärkere und integrierte Verankerung von Nachhaltigkeitskriterien in allen Bundes- und Landesressorts sowie eine stärkere Führungsrolle des Bundeskanzleramts.

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