Nopenhagen

So könnte ein Plakat im Jahre 2020 aussehen.

Was am Freitag abend noch nach einem guten Kompromiss aussah, hat sich dann doch ziemlich schnell in einen Reinfall verwandelt. So wurden in Kopenhagen nach einer Woche intensiver Verhandlungen keine konkreten und international verbindlichen CO2-Reduktionsverpflichtungen festgelegt, die nötig wären, um den Klimawandel zu stoppen. Bei der Klima-Finanzierung wurden zwar bescheidene Fortschritte erzielt, doch wurde kein rechtlich verbindliches Abkommen von der Staatengemeinschaft unterzeichnet. Auch von einer notwendigen Frist, ein transparentes Abkommen zu vereinbaren, keine Spur.

Dies macht umso mehr deutlich, wie wir als Bürger aufgefordert sind, zu handeln. Erfreulich, wenn man bei diesem Ergebnis überhaupt davon sprechen kann, war zu sehen, dass sich Millionen von Menschen international zusammen geschlossen haben. Ein erstes Zeichen, einer neuen internationalen nachhaltigen Bürgerbewegung. Dabei müssen wir aufpassen, dass wir nicht wie einige Journalisten versuchen, die Unterschiede in der Ausdrucksform suchen, sondern uns auf die gemeinsame Vison einer besseren Welt vereinbaren.

Peter Sloterdijk hat es in der Süddeutschen auf den Punkt gebracht: Die Lage ist so ernst, dass wir im Hinblick auf Retter nicht wählerisch sein können. So wie es der Erleuchtung egal ist, wie man sie erlangt, so ist es der Erhaltung der Erdatmosphäre egal, wer für sie das Entscheidende tut.”

Bildquelle: www.adbusters.org

2 responses to “Nopenhagen”

  1. Steffino

    Flopenhagen, eine Farce. Und ich kann mir gut vorstellen, dass es faktisch auch nie mehr als das werden sollte…

    Andererseits halte ich es ohnehin für ziemlich absurd, einen Klimawandel aufhalten zu wollen. Vielleicht sollte das ganze gar nur eine neues Geschäftsmodell werden um den Kapitalismus zu retten. ;-)

  2. fairskate

    Sloterdijk als Ideengeber für eine bessere Welt? Ekelhaft! Dieser neoliberal-elitäre FDP-Girlandenbastler mit seinem grenzenlosen Sozialneid von oben ist einfach nur widerlich!

    Einfach mal sein “Bürgerliches Manifest” lesen. Der Nietzsche-Anhänger ist ein passionierter Sozialdarwinist.

    Ein Auszug aus einem treffenden taz-Kommentar:
    ” Im Juni phantasierte Sloterdijk über “die Ausbeutung der Produktiven durch die Unproduktiven”. Jetzt teilt er die Bürger in “Steueraktive” und “Steuerneutrale” oder in “Transfermassengeber” und “Transfermassennehmer” ein. Wie auch immer Sloterdijk seine Terminologie umfrisiert – sie beruht faktisch auf der allemal sozialdarwinistisch imprägnierten Unterscheidung Nietzsches zwischen “Herrenmenschen” und “Herdenmenschen”.

    Besonders lächerlich ist, dass die Stammtischparolen gegen “Unproduktive” und “Transfermassennehmer” ausgerechnet von lebenslang auf Staatskosten durchgefütterten Beamten wie Sloterdijk und Baring stammen, die ihre Pensionen parasitär aus Töpfen saugen, in die sie – im Unterschied zu den Rentenbeziehern – keinen Cent einbezahlt haben.”

    Den gesamten Kommentar gibts hier:
    http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/blasen-zu-phrasen/

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