Landwirtschaft: Deutsche Bank fordert Umdenken

Nicht mehr ganz neu die Meldung, aber berichtenswert, weil für mich ein deutliches Zeichen der Zeit, weil die Info von der Deutschen Bank kommt, ja genau von der.

Ich habe in meinem Yoga-Urlaub zufällig Frank Barner von der Triodos Bank getroffen und mit ihm sehr interessante Gespräche über Nachhaltigkeit geführt. Da wurde mir auch wieder mal bewusst, wie ich Freizeit und Beruf sinnvoll in meinem Leben über das Thema Nachhaltigkeit integriert habe. Das Thema bereitet – insbesondere, wenn man sich beruflich damit beschäftigt – viel Freude und man lernt viele interessante Menschen kennen. Naja, zurück zur Meldung.

Frank erzählte mir, dass Forscher der Deutschen Bank in der Studie “Lebensmittel – Eine Welt voller Spannung” im Oktober 2009 ein Umdenken in der konventionellen Landwirtschaft fordern. Darin wird belegt, dass nicht nachhaltige Produktionsmethoden zu Bodenverschlechterungen, einem Verlust der Artenvielfalt, übermäßiger Wasserentnahme, Umweltverschmutzung und Treibhausgasemissionen führen.

Die Kernbotschaft des kompakten Papiers lautet: Die Landwirtschaft muss sich ändern, um die Welt zu ernähren. Einen Schlüssel zur Lösung des Problems sehen die Experten in einer verstärkten Einkommensunterstützung für die tradionelle Landwirtschaft, die wenig chemische Betriebsmittel einsetze und typischerweise mit einer hohen Biodiversität in Verbindung gebracht werde. Auch sollten die Risiken der Gentechnik genauer untersucht werden.

Klar könnte man jetzt argumentieren, dass es sich hierbei um Greenwashing der Deutschen Bank handelt und dass diese ja sowieso grundsätzlich böse ist. Gerade auch weil sie sehr wahrscheinlich Geld in Gentechnik- und Pestizid-Konzerne investiert, oder man erinnere sich nur an die skandalöse Werbekampagne aus dem Hause Deutsche Bank in 2008 „Freuen Sie sich über steigende Preise? Alle Welt spricht über Rohstoffe” mit der ein Spektualitionsprodukt auf steigende Lebensmittelpreise am Weltmarkt beworben wurde.

Ich sehe das differenzierter und deute das als einen Fortschritt, wenn sich kompetente Menschen aus dem konventionellen Markt so klar für eine gute Sache aussprechen. Möge dieser Bericht intern bei der Deutschen Bank die Motivation der Menschen erhöhen, weitere sinnvolle Studien und Projekte zu verwirklichen. Ich vermute, in der DB gibt es genügend LOHAS-Lebende und deren Sympathisanten …

Und selbst die TAZ lobte diese Studie aus den Reihen der “alten Klassenfeinde” und beschrieb sie wie folgt: Die Analyse der jüngsten Erkenntnisse zu Marktentwicklung und Nachhaltigkeit der weltweiten Landwirtschaft, insbesondere auch des Weltagrarberichts, liest sich über weite Strecken wie eine verdichtetes Papier von Entwicklungs- und Umweltorganisationen. Eine gut getimte Grundlage für globale Diskussionen über die Welt-Hungerlage, die Aufgaben eines neuen Verbraucher- und Landwirtschaftsministers und die Reform der EU-Agrarpolitik.

Hier geht es zum Download der Studie

Bildquelle: www.nicholsoncartoons.com.au

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