2009, 2010 und ich

Jetzt möchte ich mich nun auch endlich im neuen Jahr zurückmelden, nachdem mich “Mel” schon so lieb anschiebt..
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Nachdem ein hochspannendes Jahr 2009 mit persönlichen Highlights wie der Konferenz, der Studie in Kooperation mit Sinus Sociovision oder dem ersten nachhaltigen Marketingpreis, den ich entgegennehmen durfte, zuende ging, fing 2010 bei mir äußerst turbulent an.
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Dass ich an Sylvester in Köln von zwei Menschen mir nichts dir nichts zusammengeschlagen wurde, hat mich in der letzten Zeit schon sehr nachdenklich gemacht: Wir reden hier des öfteren über Wertschätzung gegenüber Mensch und Natur. Sich an einen Menschen von hinten anzuschleichen und ihn so zu verprügeln, dass er ins Krankenhaus muss, bekomme ich nicht in den Schädel. Dabei ging es nicht um Raub, sondern um pure Gewalt. Ich habe lange darüber nachgedacht und komme zu dem Schluss, dass wohl keine Erklärung für diese Gewaltbereitschaft gibt, die ich akzeptieren kann.
Gut, der Arzt im Krankhaus erwähnte, es gäbe da eine neue Droge bei den Kids, ein verschreibungspflichtiges Medikament, was eigentlich zur Schmerztherapie bei Krebspatienten eingestzt wird, welches schmerzresistent und agressiv mache. Sei’s drum. Ich begreife aber grundsätzlich nicht, wie man jemanden halb tot prügeln kann und danach sein Leben leben kann. Ganz ehrlich, ich raff’s nicht. Bei mir ist es noch recht glimpflich abgelaufen, wenn ich daran denke, was hätte passieren können.
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Meine Knochen sind inzwischen wieder heile und ich sehe mit Zuversicht auf ein neues Jahr. Wir haben viel vor, sehe die Dinge recht klar und hoffe, dass ich gesund bleibe, sich wieder spannende Menschen in meinem Leben blicken lassen und dass ich meine Promotion in diesem Jahr stärker vorantreiben kann. Also:
Spread love everywhere you go and let no one ever come to you without leaving happier. (Mutter Teresa)

7 responses to “2009, 2010 und ich”

  1. Kaddi

    Ich bin sprachlos! Das tut mir unendlich leid! Auch mir fällt dazu kein Grund der Welt ein und das ist so typisch, dass die Opfer sich schuldig fühlen bzw. nach Gründen suchen, dass sowas passiert. Wie verroht die Gesellschaft ist. Sind die beiden zur Rechenschaft gezogen worden? Tröstende Grüße Kaddi

  2. Noel

    Hi Kaddi,
    danke für deinen Kommentar. Nein, die beiden sind nicht erwischt worden..

  3. herr knollmann

    mir passierte ähnliches! und zwar schon 2x! und in beiden fällen wurde niemand gefasst….
    und auch mich hat es nachdenklich gemacht. es ist leider schon soweit gewesen, dass ich, wenn ich nachts allein auf der strasse unterwegs war, schon umwehe in kauf genommen habe, um niemandem zu begegnen, der so etwas wieder mit mir anstellen könnte! zum glück hat sich diese angst (so kann man es wohl nenen) weitestgehend gelegt! vielmehr ist daraus eine wut entstanden! und vor allem bin ich hier in meinem weiteren bekanntenkreis nicht der einzige, dem was in der art passierte. besser gesagt, die anzahl derjenigen, die opfer von gewalttaten wurden, ist erschreckend hoch! ich schreibe deswegen hier jetzt mal n paar zeilen mehr, weil das ganze mich seit den vorfällen mehr und mehr beschäftigt und ich fast täglich (nicht in paranoider art und weise) darüber nachdenke. von der droge, die von noels arzt genannt wurde, habe ich auch schon einiges gehört. das ist sogar so krass, dass bei einer massenschlägerei hier in münster vor ca. nem halben jahr ein ganzer trupp bullen anrücken musste und es soweit ging, dass die polente angehalten war, den rabauken die arme auszukugeln oder gar zu brechen, um die ruhigstellen zu können! so stand es in der lokalen presse. die leute verspüren bei jener droge kaum noch schmerz und werden als nebeneffekt meistens auch noch sehr aggro davon. sie fühlen sich stark und kommen, vielleicht in verbindung mit zu viel alkohol (wer weiss), wohl scheinbar einfach auf dumme gedanken und finden spass daran, jetzt mal richtig die sau rauszulassen! unfassbar scheisse finde ich das! bloß was kann man da tun? das ist auch etwas, worüber ich oft nachdenke. ich will hier nun keine anstösse geben, was man meiner meinung nach machen KÖNNTE, aber anders herum würde ich mich über ideen von anderen sehr freuen!

    vielen dank für´s lesen!

    herr knollmann!

  4. Kaddi

    Was man da machen kann? Mehr Sensibilisierung für das Thema, ich sehe vor allem Eltern, Lehrer, Schulen und letztendlich die Politik in der Verantwortung. Ich kenne diese Gewalt bei uns in bestimmten Gruppierungen-ich komme aus Brandenburg. Inwieweit dies zur Zeit wirklich unter Kontrolle (wenn dies überhaupt geht) ist, kann ich nicht beurteilen.

    Mit Drogen und deren Auswirkungen bin ich erst nach dem Mauerfall in Berührung gekommen und muss sagen, bis dahin war ich gute zwanzig Jahre ein kleines Naivchen.

    Eine nächste Sache ist natürlich, die direkte Konfrontation. Da ist man zur falschen Zeit am falschen Ort-gerade niemand anderes zum Verkloppen da. Dann hilft nur beten. Ich mag mir das gar nicht vorstellen-für mich wäre da nachhaltig ein Stück Lebensqualität dahin, ein freies Bewegen unmöglich.

    Strafen für die Täter sind ja bewiesenermaßen nicht nachhaltig und schon gar nicht genug. Das heißt, das deutsche Strafrecht ist hier ebenfalls in der Pflicht. Dann sollte in meinen Augen über Integrationspolitik nachgedacht werden und über die Einstellung der Deutschen dazu. Da liegt viel zu viel Konfliktpotential, was ich sehr sehr traurig finde.

    So, das war nur ein kurzes Brainstorming… einen Guten Morgen wünsche ich ansonsten. LG Kaddi PS: Noel, ich nehme an, dass Du eine Anzeige gemacht hast? Das ist ja das wichtigste. Vielleicht werden sie bei der nächsten Straftat damit in Verbindung gebracht.

  5. Noel

    @Kaddi: Ja, wobei mir das Krankenhaus zunächst sinnvoller erschien :) Ich glaube es geht auch darum, das Thema sichtbar zu machen. Habe lange überlegt, ob das überhaupt etwas f. den Blog ist.. Aber die Dunkelziffern sprechen auf jeden Fall dafür.

  6. Kaddi

    Die Thematisierung finde ich auch sehr wichtig, es kann einfach nicht genug darüber berichtet werden.
    Ich habe mal als kleines Schulmädchen auf offener Strasse eine Ohrfeige (der Grund war pures Machtbekunden) bekommen von einem erwachsenen Mann-eine Sache, die ich nicht vergessen kann. Ich habe ca drei Stunden nur geschluchzt, es tat seelisch und körperlich weh. Dann musste ich die Erfahrung machen, dass ich als Opfer nicht wahr genommen wurde-es schwang immer dieses: Du hast bestimmt irgendwas gemacht-Du bist schuld oder schlimmer: So schlimm wars doch bestimmt gar nicht.
    Einfach deprimierend und deshalb ist das Thema absolut legitim. Die Akzeptanz (oder Ignoranz?) ist erschütternd gross, so lange es einen selbst nicht betrifft. LG Kaddi

  7. herr knollmann

    ich finde das thema auch absolut legitim. ob es nun hier in euren blog passt, darüber habe ich nicht nachgedacht. aber generell, wie kaddi schon schrieb, finde ich es auch wichtig, darüber zu kommunizieren! vielleicht in erster linie initiiert dadurch, dass ich selber opfer bin! die leute, denen das noch nicht passiert ist, denken natürlich nicht im gleichen umfang darüber nach wie ein opfer…
    ich bin auch jahrelang durch nächtliche strassen gewandert ohne auch nur einen funken angst oder unbehagen! kam NIE vor! bis zu den übergriffen!

    naja…

    grüße!!!

    ;)

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