Frauenanteil in Top 100-Vorständen bei unter 1%

Wie das Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung berichtet,  sinkt der Frauenanteil in den Top100-Vorständen unter die Ein-Prozent-Marke.  Dabei sind gerade einmal 2,5 Prozent aller Vorstandsmitglieder der 200 größten Unternehmen Bei den 50 größten Unternehmen findet sich schließlich nur ein einziges weibliches Vorstandsmitglied: Barbara Kux, Leiterin des Supply Chain Management bei Siemens ist die einzige Frau im Vorstand eines Dax-30-Unternehmens.

Anita Wiemer, die Co-Autorin der neuen DIW-Studie, die den Frauenanteil in den Spitzengremien großer Unternehmen in Deutschland untersucht, sagt, das in mehr als einem Viertel aller Unternehmen nicht eine einzige Frau im Aufsichtsrat sitzt… Hierzu gehören die Robert Bosch GmbH sowie Audi und die Hochtief AG.

Auch wir spüren ja immer wieder die männliche Dominanz, wenn wir auf die Suche nach Sprechern für die KarmaKonsum Konferenz gehen. Auch in unserem Bereich sind es mehr Männer als Frauen, die bislang auf der Konferenz gesprochen haben. Das mag zum einen an unserer selektiven Auswahl/ persönlichen Boys-Netzwerk liegen, oder auch daran, dass weniger Frauen als Sprecher in unserem Umfeld aufzufinden sind. Gerne würden wir das Gleichgewicht hin zu einer ausgelichenen Männer-Frauen-Quote schaffen.

Als Ursache für die enorme Dominanz von Männern in Führungspositionen sehen die Autorinnen der DIW-Studie unter anderem in Geschlechterstereotypen und fehlenden Vorbildern. Demnach haben Männer eine größere Bandbreite von Rollenvorbildern, denen sie nacheifern können. Ein größerer Frauenanteil könnte für junge Frauen neue Vorbilder schaffen und zum Umdenken führen.

Dann stellt sich die Frage, ob dies anders zu schaffen wäre, als über ”verbindliche Regelungen mit klaren Sanktionen.“ So geschehen in Norwegen: Dort wurden die Unternehmen gesetzlich verpflichtet, ihre Aufsichtsräte zu 40 Prozent mit Frauen zu besetzen. Ergebnis: Der Frauenanteil in den Aufsichtsräten liegt heute bei 42 Prozent.

via: Glocalist

6 responses to “Frauenanteil in Top 100-Vorständen bei unter 16”

  1. herr knollmann

    “mannometer”!
    nicht gerade verwunderlich, dieser artikel! aber dennoch erschreckend! finde ich! ob sich das in naher zukunft ändern wird, wage ich zu bezweifeln! es gibt im grunde eine so starke gleichberechtigung für die frau, wie die regierung demokratisch ist! schade!

  2. Gerhard Zirkel

    Schon mal daran gedacht, dass Frauen einfach keinen Bock darauf haben einen solchen Job zu machen? Letztendlich sind diese Leute Marionetten der Gesellschaft in der sie regelrecht gefangen sind – glücklich dürften nur die wenigsten Männer in sochen Positionen sein.

    Schon der Weg zu einer solchen Führungsperson führt durch Entwicklungsstadien für die man nicht nur seine Seele verkaufen sondern auch jegliche Regung der Gefühlswelt und seinen Verstand ausschalten muss :)

    Gerhard
    nur so ein Gedanke …

  3. herr knollmann

    jo gerhard, da haste recht! aber es gibt nun mal auch frauen, die bock drauf haben! und mal ganz abgesehen davon, dass leider die meisten leute in führungspositionen wixer werden und sprichwörtlich “über leichen gehen”, falls es die beibehaltung der position erfordert, ist es dennoch schlimm, dass sich die gleichberechtigung der frau noch immer nicht so sehr durchgesetzt hat, dass der anteil der frauen in führungspositionen dem anteil der männer entspricht…

    finde ich…

    ;)

  4. Gerhard Zirkel

    Ich finde, Männer brauchen das Recht keine Führungsposition anstreben zu müssen :)

    Gerhard

  5. Anna

    Als ehemalige Mit-BloggerIN von Noel und Christoph und Mitglied des weltweit größten Frauennetzwerkes Business and Professional Women http://www.bpw-germany.de möchte ich dazu gerne einmal Stellung beziehen. Meine Erfahrung, gerade aus Projekten wie dem Equal Pay Day, http://www.equalpayday.de, für den ich mich sehr engagiert habe, ist: Natürlich gibt es viele Frauen, die einfach nicht “ganz nach oben” möchten, aber ich denke, es gibt auch immer mehr Männer, die das eigentlich nicht möchten.
    Dann ist es auch an den Frauen, Ihren Männern durch eigene Erwerbstätigkeit das zu ermöglichen. Das ist eine Seite der Medaille, die leider selten beleuchtet wird.
    Die andere Seite der Medaile ist, dass Frauen immer noch – und ich denke, das ist ein massiv unterschätztes Moment in der ganzen Diskussion um Frauen in (den obersten) Führungspositionen – vor der Entscheidung stehen, mache ich Karriere ODER gründe ich eine Familie.
    Hier funktioniert immer noch eine Art Ausschlussprinzip.
    Dieses wird aus meiner Sicht im wesentlichen ursächlich dadurch unterstützt, dass es nach wie vor einen eklatanten Mangel an Betreuungsplätzen gibt, aber auch dadurch, dass wir in Deutschland meiner Meinung nach eine neue Unternehmens- und Führungskultur benötigen.
    Weg von der “face time”-Orientierung, hin zu einem ergebnissorientierten Denken, das bedeutet dann auch, dass z.B. eine Mutter von zwei Kindern durchaus mit einer 80% Stelle oder via job-sharing eine entsprechende Führungspos. begleiten kann.
    Was ich allerdings an der ganzen Diskussion hier zu Lande am wenigsten verstehe und das ist übrigens auch vielfach die Wahrnehmung ausländischer Gesprächspartner: Warum diskutieren wir – als hochentwickeltes Industrieland, das “seine Köpfe” als zentrale Ressource benötigt – dieses Thema nach wie vor nicht aus der volkswirtschaftlichen Perspektive, die aus meiner Sicht die entscheidende ist: Wir können es uns aus meiner Sicht gar nicht leisten auf die (inzwischen besser als Männer im Durchschnitt) qualifizierten Frauen zu verzichten. Das ist auch immer wieder die erstaunte Bemerkung besagter ausländischer Gesprächspartner.
    Und dazu kommt noch etwas ganz anderes. Wir können aus meiner Sicht langfristig nur eine erfolgreiche Volkswirtschaft bleiben, wenn wir in hohem Maße in Bildung und Innovation investieren. Dazu braucht es Menschen mit Ihren jeweiligen Bildungskarrieren und unterschiedlichen Problemperspektiven. Wenn also die immer gleichen Menschen mit den immer gleichen Ausbildungswegen in den immer gleichen Zirkeln über alte und dann auch neue Probleme reden – wie erhoffen wir uns dann neue Antworten? Um es mit Einstein zu sagen: Probleme löst man nie mit der gleichen Denkweise mit der sie entstanden sind.
    Wir brauchen also neue Denkerinnen und Denker.

  6. Doris

    Ich stelle mal die “Gegenfrage”.
    Hat eigentlich schonmal jemand empirisch untersucht, wo die vielen gut qualifizierten Frauen einen Job finden (oder sich einen schaffen), wenn sie schon nicht in Vorstandsetagen landen?
    Irgendwo müssen sie ja bleiben.
    Vielleicht findet sich dort der Hinweis darauf, in welchen Branchen, Arbeitsweisen, … die Zukunft liegt.

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