
Mein Berlin Besuch Anfang dieser Woche hat sich voll gelohnt. Am Dienstag habe ich mit Sebastian das sehr sehr innovative Urban Farming Projekt Prinzessinengarten am Moritzplatz besucht.
Wir sprachen mit Marco, einem der Gründer, über Blei- und Lärmbelastung der Autos, Erhalt von altem Saatgut, Guerilla Gardening, vertikales Farming, Bildung und über einen potenziellen städtischen Gartenaustausch mit Frankfurt. Hier gibt es noch mehr Bilder von unserem Ausflug.
Hier eine Kurzbeschreibung, um was es bei dem Projekt geht:
“LANDWIRTSCHAFT IN DER STADT: WARUM WIR ES AUF DER STRASSE TUN Nomadisch Grün betreibt mit den Prinzessinnengärten eine mobile, soziale und ökologische Landwirtschaft am Morizplatz in Berlin-Kreuzberg. Mit transportablen Hochbeeten wird eine ungenutzte städtische Brachflächen in einen ökologische Nutzgarten verwandelt. Dieses produktive Grün schafft einen Ort neuen urbanen Lebens, an dem wir gemeinsam mit Freunden, Nachbarn und Interessierten arbeiten, lernen und entspannen.”










Ich finde die Hierarchisierung zwischen “Initiatoren” und “Helfern” macht das ansonsten sehr interesante Projekt Prinzessinnengarten extrem abstoßend. Andere Urban Farming Projekte haben derlei peinliches Statusgehabe nicht nötig.
hallo,
die angesprochenen fragen sind wichtig und interessant, der ton dagegen unangemessen.
wir haben uns früh entschieden, unsere urbane landwirtschaft als soziales unternehmen ((g) gmbH) zu entwickeln. daraus ergeben sich auch unterschiedliche rollen in unserem projekt, diese sind aber nicht ausdruck irgendeines statusgehabes. wir haben an unsere idee geglaubt, unsere vorherige arbeit aufgegeben und zu zweit über eineinhalb jahre fulltime und weitesgehend unbezahlt daran gearbeitet, dass so ein ort wie die prinzessinnengärten entsteht. wir hätten das gleichzeitig nie ohne die vielfältige und uneigennützige Unterstützung von Freunden, Interessierten, Nachbarn und unseren Familien geschafft. man kann “das interessante” an unserem garten nicht von dieser geschichte trennen. ohne sie würde es hier weiter nur eine brachfläche am moritzplatz geben.
der polemische ton des kommentars wird all dem nicht gerecht und ist denkbar ungeeignet, um sachlich über die frage zu reden, welche formen wirkungsvolles engagement denn annehmen kann. um wirklich etwas zu tun, braucht es eine Vision, viel Ausdauer, Arbeit und Unterstützung. So eine Polemik dagegen ist rasch geschrieben und hilft eigentlich niemandem, auch nicht anderen Urban Farming Projekten.
gruss
marco
Mich wundert einfach, dass euer Angebot auf derartiges Interesse stößt. Ich hätte keine Lust mir während meiner Freizeit irgendwelche Vorgaben von jemanden machen zu lassen, der in einer Hierarchie über mir steht und dessen Brötchen zu erarbeiten. Ich halte das grundsätzlich für den falschen Ansatz für ein Freizeitprojekt. Oder verstehe ich das völlig falsch und die Leute bei euch fassen ihre Tätigkeit als Erwerbsarbeit und euch als Arbeitgeber auf?
Guten Tag,
in der Wochenzeitung DIE ZEIT, Ausgabe 45/2010 ist ein interessanter und ausführlicher Artikel zum Thema Kulturarbeit. Hier werden Licht- und Schattenseiten gut deutlich. Lesenswert – in derselben Ausgabe – auch das Interview mit dem Soziologen Ulrich Bröckling zum Begriff “Kreativ” …
Gruss,
Gerhard