
Gastbeitrag von Jana Kern (Fortsetzung von “The Case for Sustainable Fashion“)
Renée Anderson, Manager of Ethics and Environment von Indiska, war die erste Rednerin am zweiten Seminar-Tag.
Von Indiska hatte ich vorher noch nie etwas gehört. Für die, die die schwedische Marke ebenfalls nicht kennen: Indiska betreibt in Schweden, Norwegen und Finnland 87 Shops. Dort werden zum einen Mode und zum anderen Inneneinrichtungsartikel verkauft. Ich habe mir einen Laden angesehen, alles ist sehr farbenfroh, verspielt und fröhlich. Eine Mischung aus H&M, Depot, Marimekko und Oilily, alles ein wenig orientalisch angehaucht. Die erste Öko-Kollektion von Indiska ist im Jahr 2008 in die Läden gekommen.
Indiska forciert dabei Bio-Stoffe und recycelte Materialien. Doch ökologische Aspekte alleine genügen den Schweden nicht. Anderson: „Wenn mir ein Lieferant einen Stoff aus Bio-Baumwolle zeigt, dann frage ich ‚Und weiter?’“ Wir wollen auch wissen wie die Arbeitsbedingungen bei unseren Lieferanten sind. Mit Auditierungen der Lieferanten hat Indiska bereits im Jahr 2003 begonnen. Es wurde ein Auditierungs- und Trainingssystem entwickelt. Ein wichtiger Punkt in der Produktion ist für das Unternehmen außerdem, die Ressource Wasser zu schonen. Deshalb wurde in diesem Jahr ein Projekt mit SIWI initiiert.
Folgender Aspekt des Vortrags hat mir besonders gut gefallen: Anderson hat zusammengefasst, worauf es auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit ihrer Meinung nach ankommt. Die Schlagworte für zuhause, sprich für die Indiska-Mitarbeiter in Schweden, lauten: lernen, diskutieren, informieren und Einfluss nehmen. Für die Arbeit in den Lieferländern lauten sie: diskutieren, respektieren, nicht den Humor vergessen und sich nicht wie ein Polizist aufführen. Darin kommt zum Ausdruck, wie wichtig ein respektvoller Umgang ist.
Anderson ruft dazu auf, sich mit den Kulturen seiner Lieferländer auseinanderzusetzen: „Damit meine ich nicht, nur die Vorschriften und Gesetze vor Ort zu kennen. Lest Bücher. Und zwar durchaus auch Romane, denn darin erfährt man am ehesten, wie die Menschen in einem anderen Land denken.“ Neben Ökologie und sozialer Verantwortung folgt als nächster Schritt die Kommunikation. Anderson: „Wie können wir die Konsumenten informieren? Damit werden wir uns im nächsten Jahr intensiv beschäftigen und hoffentlich erste Antworten geben.“










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