Thema: Thema: “Das Social Web als Katalysator für eine nachhaltige Entwicklung”
Hannes Offenbacher ist leidenschaftlicher Ideenarchitekt, Blogger und Unternehmer, glaubt an die Kraft von Ideen und kämpft für das Erkennen von Nachhaltigkeit als größte (unternehmerische) Chance unserer Zeit.
Das Social Web als Katalysator für eine nachhaltige Entwicklung
Es ist Zeit, dass wir einen Schritt weiter gehen und nach der primären Nutzung als Informations- und Protestmedium, das Web als kraftvolle Infrastruktur für das konkrete und wirkungsvolle Umsetzen von Projekten erkennen. „Walk the
talk“ muss das Motto der nächsten Jahre sein – nicht ausschließlich über den notwendigen Wandel sprechen, bloggen und twittern, sondern mit dem hohen Anspruch an den Start gehen, etwas zu verändern zu verbessern.
Dazu braucht es wohl ein radikales, strategisches Umdenken und eine neue Phantasie, gerade bei den jungen Generationen – die zwar mit dem richtigen Bewusstsein und Wissen ausgestattet sind, sich aber noch nicht aus der Ohnmacht gegenüber den großen Wirtschafts- und Politikstrukturen befreien konnte und ihre Energie in einer (fast) reinen Protestkultur aufbraucht, die sich am Ende leider wenig effektiv zeigt.
Diese „Generation Y“, die mit dem Web als selbstverständliches Werkzeug des Alltags aufgewachsen ist, scheint mir in ihrer Kreativität und vor allem ihrem Selbstbewusstsein gehemmt zu sein. Zu wenig zahlreich sind die rebellischen Initiativen, die über das Protestieren (und mag es auch die moderne und coole Form des „Flashmobs“ sein) hinausgehen. Wir scheinen in dieser Aufmerksamkeitsökonomie gefangen und so enden die meisten Projekte für Nachhaltigkeit beim Erzeugen von – wenn auch nur eingebildeten – Medienaufmerksamkeit. Doch das aktuell herrschende krampfhafte Ziel des „Auffallens“ bedeutet leider keine entsprechende Veränderung. Dieses hochfrequente Medienspiel, dieser Kampf um Klicks und Backlinks führt zwar zu einer besseren Vernetzung (und hat ohne Zweifel eine wichtige Funktion), doch wenn wir glauben damit eine umfassenden (System) Wandel zu erreichen, dann sind wir einer süßen Illusion erlegen.
Immer wieder höre ich von den vielen, tollen Projekten und Initiativen – und im gleichen Gespräch wird mir etwas lethargisch von der Machtlosigkeit gegenüber dem politischen und wirtschaftlichen Establishments erzählt. „Es passiert zu wenig“, obwohl die Anzahl jener, die das Bewusstsein und die gleichen nachhaltigen Werte teilen, größer wird.
Wir stehen heute vor der Herausforderung das Metamedium Internet, das neue Social Web „neu“ zu begreifen und eine neue Kreativität zu entfesseln. Dazu muss die Fixiertheit auf quantitative Zahlen einem selbstkritischen, analytischen überprüfen von Ergebnissen weichen.
„Form folgt Funktion“ ist ein wichtiger Leitsatz in der Architektur und dieser muss auch im Social Web verstärkt (wieder) entdeckt werden. Erst nach der Bestimmung der eigenen Ziele kann die Auswahl und Ausformung der multimedialen Umsetzung entwickelt werden. Dabei muss aber weiterhin das Ergebnis- orientierte Denken im Fokus bleiben. Denn am Ende zählen die tatsächlichen Ergebnisse als Handlungsveränderungen der Menschen – und eben nicht die Anzahl der Facebook Fans oder der Besucher auf der Website.










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