
Mehr als 20 männliche Grünen-Politiker haben ein innovatives Anti-Macho-Manifest veröffentlicht, dem ich mich voll anschließen kann. Nicht nur, weil ich in wenigen Tagen zum zweiten Mal Vater werde, sondern weil ich davon überzeugt bin, dass wir mehr weibliche und eine andere männliche Energie in der Welt benötigen.
Wer sich intensiver und mythologisch mit dem Thema “Mannsein” beschäftigen möchte, dem empfehle ich die Lektüre des Märchens “Der Eisenhans”. Wer sich darüber hinaus für die psychologische und spirituelle Deutung des Werkes interessiert, dem sei Robert Blys Interpretationen ans Herz gelegt. Das Bild oben beschreibt eine Szene zum “Wilden Mann” aus dem Märchen.
Ein paar Zitate aus dem Manifest:
Bedeutende Frauen wie Olympe de Gouges, Louise Otto-Peters, Simone de Beauvoir und die Frauenbewegungen im 20. Jahrhundert waren Pionierinnen für Gleichberechtigung und Feminismus. Einen Makel haben einige feministische Diskurse aber leider gerade in Deutschland bis heute: Männer spielen in ihm nur selten eine Rolle. Dabei ist wirkliche Gleichberechtigung, sind gleiche Rechte und gleiche Pflichten nur mit den Männern zu erreichen – nicht gegen sie. Frauen haben durch den Feminismus ihre Möglichkeiten erweitert, Männern steht dieser Schritt noch bevor.
Wir wollen auch keine Alleinernährer sein. Wir wollen weniger Leistungsdruck, bessere gesundheitliche Prävention und mehr wertvolle Zeit. Wir wollen keine Helden der Arbeit sein, wir wollen leben. Wir wollen Macht, Verantwortung und Pflichten teilen und das Korsett alter Geschlechterrollen von uns reißen. Wir wollen neue Perspektiven für Männer im 21. Jahrhundert!
Ich und die Mädchenmannschaft, ein wirklich super Frauen-Power-Blog, finden es super, obowhl Spiegel Online sich drüber lustig gemacht hat.










Von meiner Seite ebenfalls volle Zustimmung, die Welt braucht definitiv weniger Machos! Meine These ist ja, dass ein ganz großer Teil der Probleme auf dieser Welt von Machos verursacht wird, sprich wenn es weniger Machos gäbe, dann gäbe es auch deutlich weniger Probleme auf dieser Welt. Das heißt jetzt nicht, dass wir uns alle hippiesk liebhaben müssen, aber es wäre ja zumindest mal ein Anfang wenn man auch außerhalb von Stockholm und des Prenzlauer Bergs mal kinderwagenschiebende Männer sehen würde.
[...] von Karmakonsum hat gerade nochmal das Aprilthema Anti-Macho-Manifest hervorgeholt, das finde ich super und frage mich, ob es bei den Grünen irgendeinen nachhaltige [...]
Stefan, Hippies waren sehr oft auch Machos. Das eine hat mit dem anderen nicht viel zu tun.
Das schieben von Kinderwägen ist in der Tat ein guter Anfang, aber Probleme löst man damit nicht.
Ein sehr wichtiger Schritt wäre die Angleichung der Gehälter. Das wir uns sowas im 21. Jahrhundert noch immer gefallen lassen ist einfach nur Dumm.
Danke Stefan und Jon für die Kommentare.
Aus meiner Perspektive benötigen wir eine differenzierte Auseinandersetzung mit Beidem: Geteilte Verantwortung und Chancen im Privaten und Beruflichen sowie eine geistig spirtuelle Diskussion um das Mann- und Vatersein.
Hier bietet Robert Bly – nicht ganz unumstritten – Ansätze aus der Mythologie. Der Macho ist für mich ein nicht ausgelebter Krieger – einer der sieben Archetypen des Mannes nach Bly.
Wir sollten bei dem Wunsch nach der sinnvollen und wichtigen Gleichberechtigung nicht vergessen, dass es naturgemäße Unterschiede und Qualitäten dieser männlichen und weiblichen Wesensnaturen und Energien gibt.
Der Mensch ist Teil der Natur und da muss ich einem Absatz des wirklich guten Manifestes widersprechen, wo es da heißt, “du wirst nicht als Mann geboren, Du wirst zum Mann gemacht.”
Beides sehe ich anders. Wir werden als Mann geboren. Und wir werden kaum zum echten Mann gemacht. Es fehlt ja gerade die Inspiration von anderen Männern in den jungen Jahren der männlichen Sozialisation. Der eigene Vater ist in der Regel beruflich abwesend, der Großvater nicht am Wohnort, im Kindergarten und Schule gibt es ein Übergewicht weiblicher Qualitäten.
In diesem Spannungsfeld zwischen beruflicher Sinnsuche und emanzipierten Frauen beobachte ich gerade ein neues Bedürfnis von Männern zur Entfaltung ihrer Wesensnatur (in Frankfurt haben wir deshalb einen kleiner Väterkreis gegründet, um diesem Thema Raum zu geben.
Natürlich müssen Politik, Wirtschaft und auch die Frauen die Rahmenbedingungen begleiten …
Hmm, sehr interessant. Lange nichts mehr aus der Ecke gehört. Habe aber meine eigenen und die Klagen anderer Frauen noch im Ohr, dass es “keine ordentlichen Männer” mehr gibt. Und mit “ordentlich” meinen wir natürlich die perfekte Mischung aus “Krieger und Hausmann”, “Tiger und Kuschelbär”, “Macho und Softie” usw. usf. Ihr kennt das. Diese unmöglichen Ansprüche. Ich glaube aber was wir wirklich wollen ist die Energie. Die wirkliche männliche, nicht unterdrückte und nicht deformierte Energie. Nicht die Machos die mit ihrem Getue kompensieren, dass sie nicht wissen wie sie diese Energie ausdrücken sollen und nicht die Weicheier die meinen, nur wenn sie sie unterdrückt halten werden sie gemocht und passen in den Rahmen.
Und da geht es dann letztlich vielleicht gar nicht mehr so sehr um Bilder oder um Typen, sondern um sich ausleben, sowohl von Frauen wie von Männern. Die verschiedenen Archetypen die Mann/Frau so in sich lebt kennenzulernen und zuzulassen.
Klingt jetzt alles so ein bisschen Eso, ne?
Vielleicht kann mans runterbrechen. “Bedürfnis … zur Entfaltung ihrer Wesensnatur” lese ich. Sich selbst sein? Sich ausleben?
Und immer wieder geht mir das Wort “Verantwortung” durch den Kopf.
Volle Verantwortung für sich selbst und die eigenen Handlungen übernehmen – egal ob jemand Mann oder Frau sei…
Ist das jetzt zu abstrakt?
@Christoph: “Du wirst nicht als Mann geboren, Du wirst zum Mann gemacht.” – Das ist ebenfalls ein Punkt des Manifests dem ich widersprechen muss. Die Verleugnung des natürlichen Geschlechts. Das ist so Gender Mainstreaming brutal, damit kann ich nichts anfangen. Es gibt einfach biologische Tatssachen, die man nicht leugnen kann. Männer und Frauen haben nunmal einen anderen Körper. Männer haben in der Regel einen anderen Körperbau als Frauen und in Männerkörpern herrscht ein anderer Hormonhaushalt als in Frauenkörpern und welche Macht die Hormone haben, davon kann wohl jede Frau ein Lied singen, die mal ihre Menstruation hatte. Was ich aber schon denke, ist, dass man zwar als Mann aber nicht als Macho geboren wird. Die Erziehung und die Gesellschaft macht meiner Meinung nach aus Männern Machos. Es gibt Gesellschaften mit ausgeprägter Machokultur und solche bei denen die Machos nur eine vernachlässigenswerte Minorität darstellen. Es scheint mir hierbei interessanterweise ein starkes Nord-Süd-Gefälle zu geben, warum auch immer. Vielleicht wirkt heißes Wetter begünstigend für die Entstehung einer Machokultur
Du wirst nicht als Mann geboren, du wirst zum Mann gemacht!
Tja, damit hat man dass Mannsein auf den Punkt gebracht.
Heute gilt allerdings, du wirst nicht als Mann geboren, du wirst zur Frau gemacht!
Offenbar ist dass den Verfassern des Mannifestes passiert. Sich selbst kastrieren, es gut finden und auch noch Stolz drauf sein eine Frau zu sein.
Alle Probleme dieser Welt, werden nicht von Machos verursacht, sondern von Männern und Frauen, die Probleme mit ihrem Geschlecht haben.
Frauen die sich wie Männer benehmen und es für Emanzipation halten ein Kerl zu sein.
Und Typen die sich wie Frauen benehmen und noch eine Manifest darauf veröffentlichen.
Eine Frage: Warum sollte eine Frau, einen Mann wollen, der sich wie eine Frau benimmt. Da kann sie doch gleich Lesbisch werden.
Umgedreht genauso. Wenn ich als Mann Lust auf einen Kerl habe, werd ich gleich Schwul und hol mir nicht eine pseudomännliche Frau ins Bett.
Wirklich zum kotzen, wieviel Typen heutzutage rumrennen die selbst beständig selbst kastrieren und damit für uns Männern die Frauen verderben.
Sehr schön Christoph, dass Du dem Thema Öffentlichkeit gibst. Die Anleitung im Leben den “wilden Mann” zu integrieren und dann zum König zu werden ist heute gar nicht so leicht zu finden…
Ich meine sehr deutlich, das die Entwicklung des Mannes heute ein zentrales Problem der Gesellschaft darstellt. (Siehe auch “Supermanns Irrweg” FAZ-Artikel, Datum habe ich leider nicht mehr, vielleicht findet das jemand???)
Hab den Link zum faz-Artikel gefunden:
http://www.faz.net/s/Rub64992C04CF2F4A2E8399BD4B893B56FE/Doc~E074B1FC9362847B88B38FEB8A954655B~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Halleluja, das Thema Männer wird allüberall wieder und Neu entdeckt.
Das Buch von Robert Bly “Eisenhans” war bereits in den 1980 Jahren als Klassiker bekannt. Leider ging es an der Empörung der streitbaren Frauenbewegung, die damals ja noch deutlich stärker war als heute, und an der falschen Scham der Männer unter.
Herrje, bis hierher waren viele Männer es leid geworden als Softies abgeschrieben zu werden und gingen dann vor lauter Homophobie der Idee “Männer/Vaterbewegung” in einem großen Bogen aus dem Weg.
Da meine Kinder inzwischen eventuell kurz davor stehen selbst den Kinderwagen zu schieben, dabei traue ich das meinem Sohn genauso wie meiner Tochter zu, kann ich nur sagen selbst Gewickelt selber Windeln gewaschen und Gute Nacht-Geschichten vorlesen, Sandkasten und Schaukel bauen, Wanderungen im finstern Walde und und. War schon in den 80/90iger Jahren alles auf der Agenda gestanden.
Hippies, alternative, Friedensbewegte, Lohas alles andere heißt Selbstverantwortung und Begeisterung für ein geliebtes lebenswertes Dasein.
Jetzt aber nichts wie weg hier.
CIAO G.
SAVE THE MALE !!! Meine Antwort auf die AutorIn…
Hallo Herr Lehmann,
erst dachte ich, dass es ein Scherz sei, was hier als sog. “Grünes Männer-Manifest” einem Mann und auch echten Frauen zugemutet wird. Doch es scheint Ihnen und der anderen Unterzeichner ernst zu sein. Erst heute habe ich davon gelesen – hätte ich mir gerne erspart, doch als Buchautor, Männer- und Beziehungsforscher und Persönlichkeitsberater muss ich auch so etwas zur Kenntnis nehmen – spiegelt sich doch hier, was in politischen Kreisen eben mal so angedacht wird.
Oh, je… Wo war denn hier der männliche Geist…? Es spricht hier eher das Grün hinter den Ohren!
Ich habe eine solche Niveaulosigkeit, eine solche Jammerschrift über angebliche Männerthemen noch nie gelesen – selbst von Frauen nicht!
Es ist einfach ärgerlich und so was von unmännlich, dass sich die Unterzeichner echt schämen sollten, so einen gesammelten Blödsinn über Männlichkeit zu veröffentlichen. Und was soll das mit “Machos” zu tun haben? Die Unterzeichner waren und sind ganz sicher keine – auch wenn sie wohl davon einmal geträumt haben…
Diese “Softischrift” klingt wie von grünen FührungsFrauen diktiert – ist anbiedernd und trägt wirklich in keinster Weise zu einem neuen Männerbild bei bzw. regt einen konstruktiven Dialog an… der schon lange überfällig ist. Von den grünen Unterzeichnern ist wohl etwas falsch verstanden worden… es gibt nun einmal Männer und Frauen – das ist nichts Gleiches, wenn auch Gleichberechtigtes – dennoch ein Mann ist ein Mann – eine Frau ist eine Frau — wenn sie es denn sind…
Doch wo sind die Männer geblieben? In den letzten Jahrzehnten sind echt männliche Eigenschaften in Verruf geraten. Nicht selten entschuldigen sich Männer dafür Mann zu sein. Mann gibt sich verständnisvoll und den weiblichen Interessen aufgeschlossen, was ja in Ordnung ist und für einen echten Mann ohnehin klar.
Doch wo ist das männliche Selbstbewusstsein – das Wunderbare des Mannes?
Viel wäre hierzu noch zu sagen – was ich durchaus tun kann.
Allerdings – wer will das wirklich, dass Männer in dieser weiblich dominierten Gesellschaft ihr Mann- Sein leben können? Ich finde, dass es in unserer Kultur zu wenig Männlichkeit gibt! Vielleicht wundert Sie diese Aussage – was mich wiederum nach Lesen des sog. Manifestes nicht wundern würde.
Eine Erfahrung möchte ich Ihnen mitteilen. Ich schreibe derzeit an meinem zehnten Buch
“Adam, wo bist du? Reifeprüfung für Männer. Die Phallusskala” -übrigens meine Grundthese: Es gibt keine Männer unter 50! Von daher: vielleicht waren ja keine Fünfziger unter den Unterzeichnern – und dann ist es kein Männermanifest gewesen, sondern eine brave Jungenschrift.
Bisher haben alle Verleger – obwohl ich ja nicht unbekannt bin – mit dem Hinweis mein Männer-Buch abgelehnt, das es auf dem weiblich dominierten Buch- und Verlagsmarkt keine Chance habe. Schlicht Frauen ein Buch, dass Männer weiterbringt, ablehnen würden.
Nach einer Vielzahl an Gesprächen mit Frauen über mein Buchvorhaben, fragen diese mich immer wieder, wann kommt denn endlich dein Buch – es wird dringend gebraucht. Es gibt immer weniger Männer! Stimmt!
Jedenfalls:
Mann sein ist sicher mehr, als sich die Unterzeichner dieses sinnentleerten Manifestes wohl vorstellen können – entweder, weil sie nur noch von Frauen dominiert werden oder keine haben und auch mal ran wollen – oder schlicht noch keine 50 sind, was auch nicht schon einen zum Mann macht – oder sich schlicht keine Zeit genommen haben, einmal gründlich darüber nachzudenken.
Frauen haben aber Sehnsucht nach echten Männern. Solche Frauen finden sich nur selten in politischen Zusammenhängen und den weiblich dominierten Medien und der Presse, die ja glauben bessere Männer zu sein.
Die Frauen mit Sehnsucht sind die schweigende Mehrheit der Frauen.
Das sog. Grünen Manifest ist Ausdruck männlich geistiger Armut und Phantasielosigkeit der Unterzeichner – hier ist keine männliche Handschrift zu erkennen – es hat ja auch eine AutorIn geschrieben, wie ich lese – es ist eine geschlechtslose Schrift.
Sie schreiben “Wir sind keine Dinosaurier mehr.”
Stimmt, ich finde: echte Angsthasen!
Nun, denn – wie der Titel meines aktuellen Buches, kann ich nur hoffen
“Das Beste kommt erst noch” –
mein neues Buch “Adam, wo bist du?” könnte die Antwort sein.
Mit besten echt männlichen durchaus meiner Eigenart entsprechenden freundlichen Grüßen
Dieter de Harju,
der die Frauen, echte Männer und das Leben liebt
Hallo Männer,
die genannte Literatur möchte ich um ein wichtiges Buch ergänzen -> “Männer auf der Suche – sieben Schritte zur Befreiung” Autor: Steve Biddulph. Das Buch zeigt wo wir Männer im 20.Jahrhundert stehen und zeigt Wege auf, die man halt nur als Mann gehen kann um sich zu befreien. Die Wege die man annehmen kann, sind steinig und schwer – bieten aber am Ende so viel mehr
(X.N.). Gott segne Euch alle, die Erkennen dass etwas schief läuft! St