Studie: CSR Barometer von PWC & Leuphana

Bei deutschen Unternehmen hat laut einer Studie von PricewaterhouseCoopers und dem Centre for Sustainability Management der Leuphana Universität Lüneburg das Thema Nachhaltigkeit wohl nicht an Stellwert verloren: Die Mehrzahl der deutschen Unternehmen führt ihr angefangenes Engagement fort.

In der Studie wurde das Nachhhaltigkeitsengagement deutscher Unternehmen untersucht: “Nachhaltigkeit ist im Mainstream angekommen, Unternehmen aller Größen und Branchen beschäftigen sich intensiv mit dem Thema”, diagnostizieren die Autoren der Studie, die auf Antworten aus Unternehmen sämtlicher Branchen und unterschiedlicher Größe mit Sitz in Deutschland fußt.

Rund 62 Prozent der Unternehmen haben ihr Nachhaltigkeitsengagement trotz der Krise anscheinend nicht reduziert. In jedem dritten Unternehmen ist die Bedeutung sogar gestiegen.

Als Wermutstropfen werten die Forschervon PwC und Leuphana Universität allerdings, dass die Unternehmen überwiegend auf Anforderungen einer zunehmend kritischen Öffentlichkeit reagieren.  Kaum ein Unternehmen nutzt Nachhaltigkeitsthemen und -aktivitäten, um sich damit aktiv im Markt zu positionieren und um Wettbewerbsvorteile zu erzielen: “Das Potenzial, das beispielsweise ein ernstgemeinter und wahrhaftiger Dialog mit Stakeholdern bietet, bleibt häufig ungenutzt”, kritisiert PwC-Mann Michael Werner.

Als eine der Ursachen wird vermutet, dass die Abteilungen für Controlling und Rechnungswesen nur selten Nachhaltigkeitsthemen bearbeiten. Nicht selten fehlen deshalb wichtige Impulse und Entscheidungsgrundlagen in Zahlenform für das Management. Aber: Erst dann, wenn das Thema auch im Controlling oder in der Personalabteilung angekommen ist, können Unternehmen wirklich nachhaltig arbeiten.

Ich glaube, dass sich diese Entwicklung weiter fortsetzen wird und Nachhaltigkeit für Unternehmen zunehmend stärker zum Hygienefaktor werden wird. Nicht nur, wie bislang oft diskutiert auf Kundenseite sondern auch und vermehrt auf Seiten der Mitarbeiter. Auch diese werden Nachhaltigkeit in Unternehmen stärker fordern.

Ein Unternehmen, was diesen Anforderungen nicht gerecht wird, läuft Gefahr großes Potential zu verlieren oder gar nicht erst zu bekommen: Nämlich dann, wenn sich ein Arbeitnehmer für einen anderen Arbeitgeber entscheidet.

Die Studie ist kostenfrei hier zu bestellen.

via: Glocalist

2 responses to “Studie: CSR Barometer von PWC & Leuphana”

  1. Yvonne

    „Zukunft sichern. Werte leben. Verantwortung tragen“
    Wenn Nachhaltigkeit von Unternehmen ernst genommen wird, dann ist Nachhaltigkeit in der Unternehmensphilosophie, in den Unternehmenszielen, Unternehmenswerten verankert. Das spiegelt sich in der Strategie wieder und somit im Controlling.
    Controlling steuert das Unternehmen im Sinne der Unternehmensstrategie, den Unternehmenszielen (z.B. Ziele einer nachhaltigen Entwicklung) usw.. Die Umsetzung erfolgt über Corporate-Responsibility(CR)-Aktivitäten bzw. CR-Managementsystem. Dann kann die Darstellung von Nachhaltigkeitsleistung in Zahlen bzw. die Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichtes erfolgen.

    Bei Unternehmen, die Nachhaltigkeit nur als Verkaufszweck oder als Image einsetzen, ist Nachhaltigkeit weder in den Unternehmenszielen noch in Strategien zu finden. Und somit nicht im Controlling.
    Die Ermittlung, Veröffentlichung und Rechenschaftslegung der unternehmerischen Leistung in Hinblick auf Nachhaltigkeit ist nur darstellbar, wenn es sie gibt.
    Im Bereich Controlling ist Nachhaltigkeit Thema, wenn Unternehmen sich erst gemeint dazu verpflichten, somit Nachhaltigkeit zum Fundament des Unternehmens gehört und Nachhaltigkeit eine Haltung, Selbstverpflichtung von Unternehmen und Mitarbeitern ist.
    Das Controlling kann Nachhaltigkeit fordern und sich dafür Einsetzen. Es ist aber nur erfolgreich, wenn es vom gesamten Unternehmen gelebt wird.

    Yvonne Zernick

  2. Yvonne

    zu “Nachhaltigkeitsengagement trotz der Krise”:

    “Wie im Dezember 2009 eine Umfrage der Deutschen Energie-Agentur (Dena) unter 500 deutschen Unternehmen zeigte, ist die Wirtschaftskrise allerdings Fluch und Segen gleichermaßen: Das Thema Energieeffizienz werde immer wichtiger – das sagt fast jedes dritte Unternehmen. Doch investieren in Deutschland während der Krise nur noch 31 Prozent der produzierenden Unternehmen in diesen Bereich. Vorher waren es fast doppelt so viele. …
    Nach der Krise, so hat die Umfrage der Deutschen Energie-Agentur vom Dezember 2009 ergeben, wollen 60 Prozent der Unternehmen in Energieeffizienz investieren. Früher musste man sich dies leisten können. In Zukunft werden es sich deutsche Unternehmen nicht mehr leisten können, ihren Verbrauch zu ignorieren.”

    Kleine Klappe, große Wirkung
    Tausende Firmen könnten mit wenig Mühe viel Geld sparen. Ein Sägewerk macht vor, wie., brand eins 06/2010

    Yvonne Zernick

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