
Nachdem ich im ersten Artikel noch mal definiert habe, was wir unter LOHAS verstehen, möchte ich in diesem Artikel näher auf das Phänomen LOHAS und dessen “interne” Struktur eingehen.
Dazu habe ich die obige Grafik gemalt (ja, ich war mal Sprayer) und zwei für mich sinnvolle Kernstrategien daraus abgeleitet.
Die Grundstruktur der Grafik (die drei Kreise) basiert auf den Untersuchungsergebnissen des amerikanischen Soziologens Paul Ray. Dieser unterscheidet in seinen wissenschaftlichen Studien zu den Kulturell-Kreativen / LOHAS drei Gruppen: Die Typen “Core”, “Greens” und “In Transition” leben Nachhaltigkeit und Gesundheit in unterschiedlichen Intensitäten und aus verschiedenen Motivationen heraus. Und sehr spannend …
Zwischen diesen Gruppen gibt es eine Meinungsführerschaft, also die Menschen im “Core” beeinflussen die “Greens” und die wiederum die Menschen “In Transition”, also die “LOHAS-Sympathisanten” in der Gesellschaft. Details zu diesem Modell gibt es hier (kostenloser Donwload des Abstracts). Die Ergebnisse beziehen sich allerdings auf den amerikanischen Markt und leider gibt es keine vergleichbaren Studien für Deutschland. Ich nehme aber an, dass wir das für mich sehr logische Grundkonzept auch für Deutschland übertragen können.
Die Zahlen in den jeweiligen Kreisen stammen aus einem Interview von mir mit Johannes Heimrath, einem Vertrauten von Paul Ray. Sie stellen nur ganz grobe Richtwerte dar. Sie decken sich aber grob mit einigen Marktforschungsdaten: Insgesamt gehen etablierte Marktforscher davon aus, dass wir zwischen 23% (GfK) und 30% (ACNielsen) LOHAS-affine Menschen in der deutschen Gesellschaft haben (Das ist für mich der äußere Ring). Dann gibt es noch Marktforschungszahlen zu dem “grünen Konsum” wie z.B. 3,2% Anteil der Biolebensmittel in Deutschland oder 5,3 % Anteil Naturkosmetik, die für mich grob die 3% “Greens” bestätigen. Laut Johannes Heimrath gibt es dann noch 0,3% Cores in Deutschland, also Leute die sich sehr intensiv privat wie beruflich mit dem Thema Gesundheit und Nachhaltigkeit beschäftigen. Wie gesagt, diese Zahlen sind ganz ganz grob und ich freue mich über Ergänzungen und konstruktiv-kritische Kommentare.
Soviel zum Hintergrund der Grafik. Ich habe im Hinblick darauf, wie wir die vielen noch verborgenen und unvernetzten LOHAS- oder Nachhaltigkeitsströmungen in der Gesellschaft stärker sichtbar und wirksamer machen können, zwei Strategien über das Modell von Paul Ray gelegt. Diese können wir in unseren unterschiedlichen Rollen als Konsument, Aktivist, Unternehmer und / oder Angestellter anwenden.
Was sich genau hinter der Pull- und Push-Strategie verbirgt, schreibe ich im nächsten Artikel.










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