
Hier der dritte Teil der Artikelserie „Strategien für LOHAS“. Im ersten Artikel hatte ich definiert, was ich unter LOHAS verstehe und im zweiten Artikel erläutert, wie die „innere Struktur“ und insbesondere die Meinungsführerschaft des LOHAS Phänomens aussieht.
Heute möchte ich auf Basis der bisherigen Erkenntnisse zwei Strategien ableiten, wie wir in unterschiedlichsten Rollen als Konsument, Aktivist, Unternehmer oder Angestellter die verborgenen Potenziale dieser gesellschaftlichen Strömung verstärken können.
Die Pull-Strategie:
Das Ziel dieser Strategie ist es, die wahrnehmbare Attraktivität der verschiedenen LOHAS Lebensstile und Intensitäten zu erhöhen. Damit ein Sog aus der Mainstream entsteht oder wie es Thomas D in unserem Video-Interview passend ausdrückt “Öko muss Standard werden. Und Standard kann es nur werden, wenn es nicht Scheiße aussieht sondern cool ist, sexy, hot, yeah. Am besten noch so vorne, dass die anderen allein es schon deshalb haben wollen.”
Dieser Ansatz basiert auf der Vermutung, dass sich die LOHAS Lebensstile im Zeitverlauf verdichtet. Das heißt, dass die „Sympathisanten“ zu „Greens“ werden und diese wieder sich in den „Core“ entwickeln oder zumindest Teile davon. Diesen Entwicklungsprozess habe ich selbst durchlaufen und beobachte ähnliches bei ganz vielen Menschen. Je länger wir uns mit dem Thema Nachhaltigkeit und dessen Komplexität beschäftigen, umso sensibler werden wir. Je informierter wird sind, umso lauter wird die innere Stimme im verantwortungsvollen Menschen. Kurz gesagt, ich glaube daran, dass sich unser Bewusstsein zu mehr Nachhaltigkeit und Gesundheit entwickelt, selbst wenn wir „nur“ beginnen, Bio-Lebensmittel zu kaufen, um unseren Körper gesund und giftfrei zu ernähren. Jeder Schritt zählt, insbesondere wenn Sympathisanten anfangen zu handeln.
Und dieser Ansatz zielt ganz klar auf die hedonistischen Motive des Menschen ab. Der Mensch präferiert das Schöne und Ästhetisch-Anspruchsvolle. Und je weiter wir in den Kreisen uns nach Außen bewegen, umso wichtiger wird es, dass ein gesunder und nachhaltiger Lebensstil und deren Produkte als attraktive Alternativen wahrgenommen werden. Aber auch der „Core“, wo es dann auch immer mehr um Persönlichkeitsentwicklung, Lebensgewohnheiten ändern und Verzicht geht, sollte meiner Meinung nach attraktiv dargestellt werden.
Die Push-Strategie:
Das Ziel dieser Strategie ist es, dass Gespräche über LOHAS Themen im Markt und der Gesellschaft angeregt werden.
Hier gehe ich von zwei Annahmen aus: Erstens glaube ich, dass Menschen die gesund und nachhaltig leben, einen gewissen „Missionsdrang“ besitzen und auch über diese Themen mit anderen sprechen. Dieser Mitteilungsdrang kann durch verschiedene Motivationen wie Nächstenliebe (z.B. die Mutter, die ihren Kindern nachhaltig erzieht) oder soziale Anerkennung (z.B. der Innovationsvorsprung eines Hybrid-Fahrzeuges) oder der Hipster, der Eco-Fashion kauft) entstehen.
Zweitens glaube ich, und das hat ja Paul Ray für die Ebenen „Core“ und „Greens“ belegt, dass LOHAS Meinungsführerrollen in ihrem sozialen Umfeld zu den Themen Nachhaltigkeit und Gesundheit inne haben. In diesen Rollen wirken sie naturgemäß als Beeinflusser. Diese Mund-zu-Mund-Propaganda oder auch Word-of-Mounth (WOM) kann gerade in Zeiten des Internets und des Social Webs einfach und effektiv angeregt werden.
Im vierten und letzten Teil werde ich Beispiele und Inspirationen liefern, was wir konkret tun können, um die beiden Handlungsstränge / Strategien umzusetzen.













Super Serie! Ich warte schon lange gespannt auf den vierten und letzten Teil …