
Seit gestern dreht sich anlässlich der Berlin Fashion Week in Berlin alles um das Thema Mode. Obwohl ich etwas raus bin aus dem Thema (zu Beginn von KarmaKonsum im Jahre 2007 war ich noch bei Hess Natur beschäftigt und habe viel über Ökomode gebloggt) merke ich, dass sich auch im Ökomode-Bereich wieder viel in der Hauptstadt tut. So gibt es mittlerweile eine eigene Rubrik auf der Webseite der Fashion Week zu den Veranstaltungen aus dem Segment Eco-Fashion und selbst das Manager-Magazin hat darüber berichtet.
Ich selbst werde morgen nach Berlin reisen und die Innatex Lounge, die Ethical Fashion Show sowie den Green Showroom besuchen und freue mich aufs Wiedersehen mit vielen alten Bekannten.













Was mich in Sachen Stimmungsbild von den Shows vor allem interessieren würde, ist der Stand der Dinge in Sachen “Image der Ökomode”. Bernd Hausmann von Gruenemode.de sagte vor einigen Monaten in “Schrot & Korn”, dass viele Marken ihre mühsam erworbenen Siegel von GOTS oder Fairwear gar nicht mehr in die Kleidung nähen: “Vielleicht fürchten sie den Bio-Mode-Stempel. Künftig dürften viele Menschen Öko-Mode kaufen, ohne das zu wissen.” Wäre ja schade, wenn sich nachhaltige Produktion in bestimmten Zielgruppen zum Malus entwickeln würde.
(Analoge Entwicklung übrigens: Nach einer Studie der Universitäten Würzburg und Kassel hat die Aufnahme einer Aktie in Nachhaltigkeitsindizes mittelfristig keine Auswirkung auf deren Kurs. Direkt nach Listung verbuchen die Werte sogar Verluste. “Offensichtlich bestraft der Aktienmarkt die Aufnahme einer Firma”, heißt es in der Studie (Börse Online Printausgabe 52/11-1/12).)
Doof.
@Klaus
Ich kenne den besagten Artikel leider nicht. Ich denke aber nicht, dass ein angeblich negatives Image von Ökomode die Hersteller dazu veranlasst ihre positiven Eigenschaften zu verschleiern, wozu?
Ich denke auch nicht, dass Verbraucher sich allein davon abschrecken lassen dass etwas “Bio” oder “Fair” ist, wenn überhaupt, dann nur von den oft höheren Preisen.
Meist empfinde ich es eher so, dass ein Verbraucher sich nicht zwingend für Nachhaltigen, fairen Konsum interessiert, sich aber freut wenn das Produkt das ihm, unabhängig vom Ursprung, gefällt und preislich zusagt aus fairer Produktion stammt und/oder aus Biobaumwolle hergestellt wurde. Nach dem Motto: Nice to have!
In meinen Augen hat Öko Mode nicht wirklich ein negatives Image daher finde ich es schade das sich so wenig Hersteller damit befassen. Aber nun scheint ja ein Aufschwung zu sein was Ökomode angeht.
Da bei Öko- und Grüne Mode im Materialbereich hauptsächlich an Bio-Baumwolle gedacht wird, möchte ich hier einwerfen, dass es auch hochwertige Seidenstoffe mit GOTS-Zertifikat gibt – oder unter dem ethischen Aspekt des liebevollen Umgangs mit der Tierwelt die Ahimsa-Seide (non-violent silk).
Bei den Seidenstoffen ist m.E. das Potenzial noch lange nicht genutzt, um daraus akzeptable und hochwertige grüne Mode zu kreieren.
(Bezugsquelle http://www.seidentraum.eu)