„The future we want“ lautet der Titel des so genannten „zero draft“, dem der ersten Entwurf des Abschlussdokuments des nächsten Weltgipfels Rio+20. Die Weltkonferenz über nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen tritt am 20. Juni im brasilianischen Rio de Janeiro zum dritten Mal zusammen.
Im Zentrum der Verhandlungen stehen zentrale Zukunftsfragen wie die Überwindung der globalen Armut und die Förderung „grüner“ Wirtschaftsweisen. Der nun vorliegende Entwurf dient als Basis für die weiteren Verhandlungen im Vorfeld des Gipfels und soll in Rio in eine gemeinsame Erklärung der Staats- und Regierungschefs münden. Doch das Papier ist jetzt schon heftig umstritten, vor allem wegen seines ökonomischen Schwerpunkts. Während des Weltsozialforums im brasilianischen Porto Alegre wurde deutlich: Die Zivilgesellschaft der Welt will andere Schwerpunkte setzen. “Nichtregierungsorganisationen aus aller Welt verstehen Green Economy als Unterwerfung der Politik unter die Interessen der Wirtschaft. Sie leistet der Kommerzialisierung der Natur weiteren Vorschub, Menschenrechte, Armutsbekämpfung und Gerechtigkeit bleiben auf der Strecke”, fasst Michael Frein, Nachhaltigkeitsexperte des Evangelischen Entwicklungsdienstes (EED) die grundsätzliche Kritik zusammen.
Der bisherige Entwurf der Rio-Erklärung setze nach wie vor auf Wirtschaftsliberalisierung und anhaltendes Wachstum als Motor jeglicher Entwicklung. “Die Macher des Entwurfs ignorieren, dass Liberalisierung und Wachsstumsfixierung vielen Menschen in Entwicklungsländern nicht geholfen hat. Die Schere zwischen den wenigen Reichen und den vielen Armen in den Ländern des Südens geht so weiter auseinander”, so Frein. Dass man mit den alten Werkzeugen den anstehenden Herausforderungen nicht erfolgreich begegnen könne, war auch Konsens der zweitägigen Konferenz zu globalen Lebensstilen und Entwicklungspolitik. Eine globale gesellschaftliche Transformation sei allein auf klassischem Wachstumsverständnis beruhenden Effizienzstrategien nicht zu erreichen. Es müssten auch weniger energie- und ressourcenintensive Lebensstile befördert werden.
Rednern wie dem Friedensnobelpreisträger und Begründer der Millenium Consumption Goals Mohan Munasinghe aus Indien reichen die Millenniumsziele allein nicht aus, um die Probleme in den Entwicklungsländern zu lösen. Seiner Meinung nach können sich die Länder des Südens nur weiter entwickeln, wenn die Bewohner der Industrieländer mehr Verantwortung übernehmen und ihr Konsumverhalten ändern. Nur so würden die zunehmende Armut und das Fortschreiten des Klimawandels verhindert. Munasinghe setzt sich deshalb dafür ein, dass auf dem Weltgipfel globale Konsumziele als Ergänzung zu den Millenniumsentwicklungszielen der Vereinten Nationen verabschiedet werden.














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