Dass ich einmal ein Gartenbuch in die Hand kriege, das sich so spannend liest wie ein Roman und das ich am liebsten in einem Rutsch durchgelesen hätte, hätte ich nicht gedacht. „Vom Gärtnern in der Stadt“ von Martin Rasper ist zwar nicht das erste erschienene Buch über Urban Gardening – doch schafft dieses etwa 200-seitige Buch es ganz besonders, den Leser nicht nur in seinen Bann zu reißen, sondern in ihm auch das Verlangen auszulösen, auf der Stelle einen Garten zu bewirtschaften und sein eigenes Obst und Gemüse anzubauen – wobei Garten nicht unbedingt ein Garten im traditionellen Sinn sein muss, wie das Buch verrät.
Das Buch erklärt nicht nur das Phänomen des urbanen Gärtnerns mit seinen Hintergründen und den Motiven der Mitwirkenden sowie seinen vielen Varianten, sondern macht auch klar, wie sehr das Gärtnern in unserer Kultur „verwurzelt“ ist und warum wir künftig eigentlich gar nicht mehr darum herum kommen werden, die Stadt als ein Ökosystem zu betrachten. Dann gibt das Buch Antworten auf brennende Fragen, die sich insbesondere beim Gärtnern in einer Großstadt stellen: Wie sieht es beispielsweise mit dem Boden aus? Kann man ihm trauen? Oder sollte man doch über Hochbeete nachdenken, die ohnehin eine angenehmere Arbeitshöhe bieten? Dass es letzten Endes aber tatsächlich möglich ist, mitten in der Stadt Tomaten und Co anzubauen, wird dem Leser anhand einiger interessanten Geschichten vermittelt.
Nachdem das Buch deutlich gemacht hat, warum das Gärtnern gerade in Zeiten einer vernetzten Welt über die private Ebene hinaus auch eine sehr politische Angelegenheit ist, gibt es zu guter Letzt noch wunderbar nützliche Tipps für die eigene Umsetzung, die nachdem man dieses Buch gelesen hat, nicht lange auf sich warten lassen dürfte. Um mit den etwas schrägen Worte aus dem Buch zu schließen: „Vielleicht haben die Gärten sich vorgenommen, die Welt zu retten. Wir sollten sie dabei unterstützen.“
Vom Gärtnern in der Stadt
Martin Rasper
oekom-Verlag
19,95 Euro














[...] Gemeinschaftsgärten betrieben wird. Karmakonsum brachte vor kurzem eine Rezension des Buches „Gärtnern in der Stadt“ von Martin Rasper, das sich mit dieser Entwicklung befasst: Nachdem das Buch deutlich gemacht [...]