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3 responses to “Globale Wirtschaft wird immer grüner – und verzeichnet Erfolge”

  1. Lars

    Grüne Wirtschaft ist ein sehr unscharfer Sammelbegriff. Es ist ja nicht so, dass die Photovoltaik- und Windkraftanlagen ökologisch verträglich, geschweigen denn irgendwie sozial/fair produziert werden.

    Und investiert wird in Erneuerbare überwiegend nicht aus Umweltschutzgründen, sondern weil bei derzeitigen Rohstoffpreisen die Erneuerbaren hochprofitabel sein können. Dass kann z.b. bei der Photovoltaik auch wieder Richtung Kohle oder Ölschiefer kippen, da ja einige der benötigten Rohstoffe für Solarmodule relativ knapp und ebenso endlich wie die fossilen Energieträger sind.

    Hier wird ganz herkömmlich nach maximaler Rendite entschieden. Genau deshalb ist ja die Produktion der Erneuerbaren hinsichtlich einiger Rohstoffe – wie bei fast allen elektronischen Geräten – auch eher blutrot als grün.

    Konsequente Nachhaltigkeit (mit gleichen Chancen auf gleichen Ressourcenanteil/ökologischen Fußabdruck weltweit) würde die vollständige Einstellung der Produktion derart vieler Produkte erfordern, dass da bestimmt kein Wirtschaftswachstum bei rauskommt.

    Und es würden derart viele Arbeiter_innen freigesetzt oder im besseren Falle die Arbeitszeit kollektiv reduziert, dass der Bedarf an Dienstaleistungen ebenfalls eher zurückgeht. Dann ist nämlich wieder Zeit da, um Dinge selbst zu reparieren, zu bauen, etc.

    Im Einzelfall können sogar recht konsequent nachhaltig produzierte Produkte ein kurzfristiges Wirtschaftswachstum erzeugen. z.b. Bio-Lebensmittel. Natürlich werden nun nicht mehr Lebensmittel als vorher verkauft, weil der Nahrungsaufnahme bekanntlich körperlich Grenzen gesetzt sind. Aber die Verkaufspreise liegen in der Regel höher als bei den Konventionellen und das pusht das BIP solange der Bio-Anteil am Markt zunimmt.

    Umweltschutz spielt übrigens auch bei Bio-Lebensmittelkäufen nur für eine Minderheit eine kaufentscheidende Rolle: es geht vor allem um Gesundheit/Giftfreiheit, Qualität und Distinktion.

  2. Helena

    Darüber, ob erneuerbare Energien günstiger sind oder ob sich die Menschheit wirklich Gedanken über den Umweltschuzt macht, kann man lange streiten. Die Bevölkerungszahl wächst ununterbrochen weiter und wenn wir weiter die natürlichen Ressourcen so ausnutzen, bleibt den nächsten generationen nichts übrig.

  3. Lars

    @Helena: Ich möchte eigentlich nicht streiten. Ich möchte nur, dass wir nicht Dinge „grün-selig“ sprechen, die es leider einfach nicht sind. Erneuerbare Energien sind derzeit die einzige Chance eine nachhaltige Zukunft auf höherem technologischen Niveau zu erreichen und da bin ich voll dafür. Nur sollten wir einfordern, dass die auch ökologisch und fair produziert werden und nicht rein profitorientierte Investoren, denen sowas egal ist, zu Angehörigen des Nachhaltigkeitsunternehmertums erklären.

    Und warum sollten wir uns Wirtschaftswachstum irgendwie schönrechnen, wie es dieser Artikel ja indirekt tut.

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